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Marburg Das freie Spiel der Kunst
Marburg Das freie Spiel der Kunst
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17:42 09.08.2015
Links: Besucher betrachten Ari Goldmanns Bild „Große Nationen“. Rechts: Kommunikation ist ein wichtiges Thema in Ari Goldmanns Bildern. Dem kamen auch diese Besucherinnen der Vernissage nach.Fotos: Bettina Preussner
Marburg

Zur Vernissage kamen nicht allzu viele Besucher, was wohl der Hitze und der Ferienzeit geschuldet war. Dr. Gerhard Pätzold vom Kunstverein begrüßte die Gäste sehr herzlich und gab das Wort weiter an die Frankfurter Kunsthistorikerin Hanneke Heinemann. Sie erklärte in ihrer Einführung zu der neuen Ausstellung, dass die beiden Künstler Menno Fahl und Ari Goldmann auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben.

Fahl arbeitet vorwiegend plastisch, auch seine Gemälde wirken durch den pastosen Farbauftrag fast plastisch. Goldmann dagegen geht in seinen Bildern eher grafisch vor. Was die beiden verbinde, sei der ganz eigene Stil, führte die Kunsthistorikerin aus. „Beide haben eine sehr persönliche Ausdrucksform gefunden.“

Der Berliner Künstler Menno Fahl fügt in seinen verspielten Skulpturen die unterschiedlichsten Materialien zusammen: Holzbalken, Autoteile, Fundstücke aus der Künstler-Werkstatt. Auch die abstrakten Bilder des Künstlers wirken fast drei­dimensional. Durch aufgeklebte Elemente oder dicke Farbschichten sehen die Bilder häufig aus wie Reliefs.

Auch die Arbeiten von Ari Goldmann sind in mehreren Schichten gemalt. Der Hamburger Künstler greift häufig politische, gesellschaftliche und historische Themen und versieht seine Bilder mit sorgfältig ausgewählten Titeln.

So sind auf einem Bild mit dem Titel „Politiker“ nur schematische Umrisse von Menschen zu sehen: Die Politiker haben kein Gesicht, sie sind alle gleich.

Auch auf dem Bild „Mützen“ sind keine Personen zu erkennen, sondern nur bedrohliche Figuren mit vermummten Zügen, die an Terroristen erinnern. Ein weiteres Bild zeigt drei Personen in schematischer Darstellung an einem Tisch. Erst wenn man genauer nachforscht, wird klar, dass die abgebildeten Menschen Opfer der Nazizeit waren.

Goldmann arbeitet mit Pressefotos und Bildern aus dem Internet, die er auf die Leinwand überträgt und ausarbeitet. Entscheidend bei der Auswahl der Vorlagen sind vor allem die formalen Reize einer Abbildung.

Bei den Besuchern fand die Ausstellung ein sehr positives Echo. „Die Kraft der Bilder beeindruckt mich“, erklärte Nicole Arweiler aus Marburg. „Gut finde ich, dass sie viel Raum lassen für Interpretationen.“ „Die Mischung aus Zeichnung und Malerei ist etwas ganz Besonderes“, sagte ein anderer Ausstellungsbesucher mit Blick auf Ari Goldmanns Bilder.

nDie Ausstellung im Kunstverein ist noch bis zum 24. September zu sehen. Zu folgenden Zeiten ist sie geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr.

von Bettina Preussner

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