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Das Cineplex bekommt neue Sessel

Kino Das Cineplex bekommt neue Sessel

Knapp zehn Jahre nach der Eröffnung bekommt das Cineplex neue Sessel, die alten werden für je 5 Euro Spende zugunsten der Marburger Kulturloge abgegeben.

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Wo würden Sie Ihren Kinosessel hinstellen? Schicken Sie uns Ihre Ideen!

Marburg. Beim jüngsten Sesselwechsel im Capitol 2004 konnte sich die Familie Closmann vor Anfragen kaum retten. Die Sessel werden auch dieses Mal an Interessierte abgegeben, und zwar gegen eine Spende für die Marburger Kulturloge.

„Wir sind ein Kulturbetrieb, das passt“, sagt Kinochefin Marion Closmann. Die Kulturloge ist auf Initiative der Oberhessischen Presse entstanden und vermittelt Karten für kulturelle Veranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen. Ein starker Partner sind hierbei die Marburger Kinobetriebe.

Einen bequemen Kinosessel mit Getränkehalter mögen sich offensichtlich viele auch ins Wohnzimmer stellen. Oder ins Gartenhaus? Oder in den Partykeller? Oder unter die Bäumen stellen? Oder aufs Tretboot schrauben?

Was würden Sie mit Kinosesseln machen? Das möchten wir gar zu gerne wissen. Senden Sie uns bis zum 26. Mai Ihre Ideen per E-Mail an kultur@op-marburg.de, Betreff „Kinosessel“ oder per Post an:

Oberhessische Presse, Kulturredaktion
Stichwort „Kinosessel“
Franz-Tuczek-Weg 1
35039 Marburg

Die Einsender mit den schönsten Ideen kommen auf die V.I.P.-Liste, für sie werden je zwei Sessel reserviert. Es entscheidet eine Jury aus Mitgliedern der Marburger Kulturloge.

Die Sessel im Cineplex werden etagenweise ausgetauscht: Am 7. Juni rücken die Handwerker ab 6.30 Uhr an, um zunächst die Säle im Untergeschoss leer zu räumen. Mit dem Austausch der Sessel wird auch der Teppich erneuert. Am gleichen Tag können ab 16 Uhr Sessel gegen eine Spende in Höhe 5 Euro abgeholt werden, solange der Vorrat reicht. Die Aktion wird dann im Abstand von zwei bis drei Wochen für das erste und zweite Obergeschoss wiederholt.

460 Sessel im Untergeschoss sind schwarz, 130 blau. Die 950 Sessel im ersten Obergeschoss sind rot, 350 im zweiten Obergeschoss rot und 140 blau.

Die Sessel sind in Reihen montiert, drei Sessel haben zwei Armlehnen. Ein Sessel kann nicht alleine stehen. Daher werden nur etwa zwei Drittel der Sessel – überwiegend in Zweierkombinationen – abgegeben. Die Sessel stehen, wenn sie auf eine Platte geschraubt werden.

Bei manchen ist der Bezug etwas abgewetzt, manche wurden bereits repariert. Wer sich einen eigenen Bezug schneidern möchte, bekommt Hinweise.

Im Schnitt werden etwa 2.000 Menschen auf den Sesseln zu den Kinovorstellungen Platz genommen haben, schätzt Marion Closmann und betont: Die Sessel sind also nicht mehr neu.

Zu manchen haben Stammgäste eine besondere Beziehung entwickelt. Sie reservieren immer den selben Sessel. Auf anderen haben Promis gezittert, wie zum Beispiel der Regisseur Detlev Buck, der sich 2006 heimlich unters Publikum mischte, als sein Film „Knallhart“ in der Marburger Sneak gezeigt wurde. Die Sneak-Zuschauer wurden so zu seinem Testpublikum.

Was Buck nicht ahnte und überraschte: In der Sneak saß kein versprengtes Häufchen Zuschauer, die Sneak hat im Cineplex Kult-Charakter und ist immer sehr gut besucht. So auch an diesem Abend. Eine Besucherin wunderte sich später: „Da war ein Gast, der sah aus wie Detlev Buck!“

von Christine Krauskopf

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