Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Danton-Premiere überzeugt Publikum

Hessisches Landestheater Marburg Danton-Premiere überzeugt Publikum

„Soll eine Idee nicht ebenso gut wie ein Gesetz der Physik vernichten dürfen, was sich ihr widersetzt?“ – Das ist hier die Frage. Büchners Schauspiel „Dantons Tod“ ist seit Freitag im Schloss zu sehen. Prädikat: sehenswert.

Voriger Artikel
Furios, bitterböse, schräg und flach
Nächster Artikel
Stehende Ovationen für Joja Wendt

Locker auf der „Bühne“ Fürstensaal: Ogün Derendeli (von links) verkörpert Danton, Martin Maecker ist Robespierre, Michael Golab spielt Barère und Angel Krastev gibt den Camille.

Quelle: Landestheater

Marburg. Der ganze Saal ist Bühne. Die Grenze zwischen Akteuren und Publikum verwischt. Ausdrücklich wird selbiges vor Beginn der Vorstellung aufgefordert, den Platz zu wechseln, umherzugehen und sich den wechselnden Orten des Geschehens im Fürstensaal zu nähern (wovon bei der Premiere reichlich Gebrauch gemacht wurde).

So gerät man mitten hinein in die Handlung und damit „zwischen die Fronten“ – wie das Hessische Landestheater die Erläuterung zum Stück im Programmheft nicht umsonst betitelt hat.

Ob man diese Idee großartig findet oder aber die ständige Bewegung im Raum, die sie mit sich bringt, ablenkend und störend – darüber kann man geteilter Meinung sein.

Nicht aber über die Tatsache, dass die Schauspieler der damit verbundenen Herausforderung, ständig präsent zu sein, hervorragend gerecht werden. Sie agieren allesamt exzellent, allen voran Ogün Derendeli als Danton und Martin Maecker als Robespierre, zwei der führenden Köpfe der französischen Revolution.

Georg Büchner hatte die Geschichte der französischen Revolution studiert und Teile seines Textes sogar wörtlich historischen Quellen entnommen. „So gräßlich wahre Bilder jener wilden Schreckensherrschaft“ führe das Drama vor, „daß einem dabei grauset“, schrieb der Literaturhistoriker Joseph Kehrein 1840.

Die Inszenierung begeisterte am Freitag die Premierenzuschauer ganz offensichtlich. Am Ende gab es minutenlangen Applaus.

von Nadja Schwarzwäller

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel