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Marburg Computer-Kosten: „kein Aktionismus“
Marburg Computer-Kosten: „kein Aktionismus“
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11:08 22.02.2018
Rund 100 000 Euro Mehrkosten entstehen der Stadt laut Haushaltsentwurf in diesem Jahr durch Software-Lizenzen.  Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Um die in den Behörden seit Jahren steigenden Steuergeldausgaben für Software-Lizenzen – in diesem Jahr 100 000 Euro – zu bekämpfen, brauche es „weit mehr als Aktionismus, um einen schnellen Kostensenkungseffekt zu ­erzielen“, sagt Dr. Holger Hoheisel, Geschäftsführer der Software-Firma CCP.

Es sei ein Missverständnis zu glauben, dass die Verwendung von OpenSource-Software – also PC-Programmen, die oft gratis angeboten werden – für eine Kostensenkung und ein Ende von Lizensierungs- und Bedingungsfragen sorge.

„Vordergründig scheint das alles gut zu sein, aber es gibt versteckte Kosten und so manche Risiken für Nutzer“, sagt Hoheisel, dessen Firma auf die wirtschaftliche Nutzung von Software spezialisiert ist. Es gelte vielmehr zunächst zu analysieren, welche Lizenzen und Update-Kosten in der Verwaltung anfallen und welche Programme ­tatsächlich genutzt werden.

„Schon bei so einer Aufstellung stellt man fest, was alles nicht zusammenpasst und wo Einsparpotenziale liegen. Und das sind viele.

Eine Folgestrategie könnte dann sein, manches auf OpenSource umzustellen – aber bloß nicht pauschal.“ Denn auch die Magistratsbedenken zum Piratenvorschlag zu Kompatibilitätsproblemen seien „durchaus real“, wodurch Kosten perspektivisch wiederum eher steigen als fallen könnten. „Ohne Unterstützung und Wartung irgendein neues System aufzustellen, ist nicht sinnvoll.“

von Björn Wisker