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Chorgesang: frische Brise gegen Hitze

UniChor Chorgesang: frische Brise gegen Hitze

Der „UniChor Marburg“ begeisterte am Mittwochabend 150 Besucher in der Universitätskirche. Mut und Selbstvertrauen gehören dazu, gleich an den Beginn schwierige Werke zu setzen. Dirigent Wolfgang Schult beherrschte die Kunst des Förderns und Forderns ohne Überfordern.

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Vorr 150 Zuhörern sang der „UniChor Marburg“ Werke aus vielen Epochen.

Quelle: Rottmann

Marburg. Sicherheit und Souveränität gingen von Wolfgang Schult aus: Ruhig, klar, präzise, mit fast unsichtbaren Hinweisen und Korrekturen führte er den „UniChor“. Augenfällig war der gute Blickkontakt der Choristen zum Dirigenten. Dadurch konnte der Chor schnell und unauffällig-dezent reagieren. Das Spektrum der Werke war enorm breit. Von später Renaissance über Barock bis Romantik und klassischer Moderne, die beiden Letzteren als Schwerpunkt: Damit waren fast alle Epochen vertreten.

Somit auch die unterschiedlichsten Themen wie Glaube, Mensch und Tier, Liebe, Tod und Natur vertont. Bewundernswert, mit welcher Sicherheit der UniChor homophone und fugische Passagen, sich reibende Harmonien und schwierige Intervalle meisterte. Dem A-cappella-Chor gelang ein melodisches Singen in schwingenden Spannungsbögen voller Kraft und Klarheit. Dazu kam ein hohes Maß an Flexibilität in Takt, Tempo und Dynamik.

Geschickte Textausdeutung, lautmalerische Elemente und klare Aussprache komplettierten den positiven Eindruck, den punktuelle Unsicherheiten und Unebenheiten nicht trüben konnten. Der Sopran sang mit bezaubernder Reinheit und Leichtigkeit im Ton. Der Alt hatte Wärme und Geschmeidigkeit. Der Tenor konnte belcantieren und der Bass gefiel mit fundamentaler Kraft. Hin und wieder waren einzelne Stimmen im Sopran zu dominant und im Bass zu undifferenziert. Der Chorklang hat jugendliche Frische durch die überwiegend studentischen Sängerinnen und Sänger. Sie verschmolzen mit den reiferen Stimmen der Ex-Studenten zu einem faszinierend-homogenen Klangbild.

von Helmut Rottmann

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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