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Chöre adeln feierliche Atmosphäre

Nacht der Chöre Chöre adeln feierliche Atmosphäre

Tolle Atmosphäre, volle Kirche und wunderschöne Chorklänge: Mehr als 1000 Menschen zog es am Samstag durch den Haupteingang in die Elisabethkirche, um 13 Chören mit mehr als 300 Sängern zuzuhören.

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Ob der Marburger Kinderchor „Die Kleinen“ oder die Kantorei der Elisabethkirche (kleines Foto), bei der Nacht der Chöre in der Elisabethkirche überzeugten am Samstagabend alle 16 Gesangsgruppen.
Fotos: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Der Haupteingang der Elisabethkirche wirkte am Samstagabend wie eine Schleuse, durch die regelmäßig das Publikum ausgetauscht wurde. Kein Wunder, denn schon von draußen hörte man einen tollen Klang, der einen nach innen zog. Die Sitzplätze waren schnell alle belegt, und direkt am Eingang standen stellenweise so viele Leute, dass man kaum in die Kirche hineinkam.

Die Musik spielte sich aber vorne ab. 13 Chöre zeigten, wie bunt und vielfältig die Chor­szene in und um Marburg ist. Bezirkskantor Nils Kuppe selbst leitete drei Chöre: Mit der Kantorei der Elisabethkirche eröffnete er den wundervollen Abend. Seine Frau Anne Kuppe begeisterte als Solistin bei „Hör mein Bitten, Herr“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Die Sänger und Sängerinnen des Marburger Kinderchors und des Oberstufenchors der Waldorfschule bewiesen, dass Chorsingen auch junge Menschen anspricht und ihnen Spaß macht. Die Kinder des Kinderchores sahen mit ihren selbstgemachten Matrosenmützen wirklich toll aus und bei ihren Darbietungen durfte das Publikum an manchen Stellen sogar mitsingen.

Die Auswahl der Stücke war sehr vielfältig. Zu hören waren Lieder aus dem 15. Jahrhundert, traditionelle christliche Lieder, Kinderlieder, Lieder aus Spanien, Frankreich, Schweden und Afrika und auch moderne Pop-Songs.

Der Chor „Hessen Vokal“ unter der Leitung von Uwe Henkhaus hatte sich zum Beispiel „Perfekte Welle“ von Juli ausgesucht und damit für Gänsehaut gesorgt. Der Chor „Politoene“ hatte sogar einen neuen Text zum bekannten Lied „Danke für diesen guten Morgen“ dabei. Dekan Burkhard zur Nieden, der herrlich durch den Abend führte, meinte in seiner Moderation, es wäre sehr interessant zu untersuchen, wie viele verschiedene Texte zu diesem Lied inzwischen entstanden seien. Nils Kuppe hatte das Programm zusammengestellt und sich dabei die Diversität der verschiedenen Chöre zu Eigen gemacht. Kein Programmpunkt glich dem anderen. Um kurz vor halb neun sang das Ensemble „Halb Acht“, bestehend aus 12 Studenten, andächtige, klassische Lieder, darunter „Rorando Coelis“ von Rihards Dubra auf Lateinisch. Darauf folgte der der große Gospelchor „Joy of Life“, der die Elisabethkirche mit seiner Stimmgewalt mehr als ausfüllte mit geistlicher Musik aus aller Welt. Etwas später stand das Ensemble „tEmpore“ mit gerade mal vier Sängern auf der Empore und füllte die große Kirche mit tollem Klang von Heinrich Isaac bis Maurice Duruflé.

Die Musik und das Musizieren standen an diesem Abend im Vordergrund. Es war ein tolles Erlebnis, bei dem sich keiner scheute, sich zu präsentieren. Kleine Ensembles sangen neben großen Chören, und jeder wurde mit viel Applaus belohnt. Für einen ruhigen und gemeinsamen Ausklang des Abends lud der Bauerbacher Chor „Kreuz & Quer“ ein. Mit einem Abendgebet von Pfarrerin Berit Hartmann und Taizé-Liedern zum Mitsingen erreichte die besondere Atmosphäre des Abends den Höhepunkt im Schein der vielen zuvor verteilten Kerzen.

Eins ist sicher: Man kann und darf sich schon auf die nächste „Nacht der Chöre“ in zwei Jahren freuen.

von Mareike Bader

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