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Marburg 6,5 Millionen Euro für die Steinmühle
Marburg 6,5 Millionen Euro für die Steinmühle
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00:19 01.02.2019
Freuen sich über das neue Schulgebäude: Architekt Thomas Oesterle (von links), Schul-Geschäftsführer Dirk Konnertz, Jochen Schröder von der verantwortlichen Baufirma, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Schulvereinsvorsitzender Egon Vaupel sowie die Schulleiter Björn Gemmer und Bernd Holly.  Quelle: Freya Altmüller
Cappel

Mehr als 150.000 Euro hat die Innenausstattung des neuen Mittelstufengebäudes gekostet, das auf den Namen „Atrium“ getauft wurde. Allein 35.000 Euro gab der Förderverein für Sitzgruppen aus Polstermöbeln mit besonders hohen Lehnen aus, die gegen Lautstärke abschirmen sollen. Die zwölf Unterrichtsräume für die Jahrgänge sieben bis zehn sind mit Displays an den Wänden ausgestattet, die wie große Tablets funktionieren und Schultafeln ersetzen.

Der Schulvereinsvorsitzende Egon Vaupel sagte, insgesamt habe der Verein 6,5 Millionen Euro für das Projekt investiert. Davon entfielen 5,5 Millionen Euro auf das Gebäude selbst. Zuvor hatte der Verein das Grundstück eigens gekauft. Zudem sollen noch weitere Parkplätze geschaffen werden und eine Buswendeschleife.

Gebäude demokratisch geplant

Hätte man stattdessen 15 ­Eigentumswohnungen an der Stelle gebaut und sie für je 750.000 Euro verkauft, hätte man damit ordentlich Geld machen können, rechnete Vaupel vor und brachte damit die rund 100 Gäste zum Lachen. „So etwas Wertvolles, wie dieses Gebäude, gibt man dem Wertvollsten, was unsere Gesellschaft für die Zukunft hat, den Schülern“, sagte Vaupel.

Öffentliche Mittel habe die Steinmühle nicht erhalten, aber eine Bürgschaft des Landkreises. Die Stadt Marburg habe auf diese Weise viel Geld einsparen können, weil sie aufgrund steigender Schülerzahlen sonst selbst in neue Räumlichkeiten an den Gymnasien hätte investieren müssen, so Vaupel.

Das Gebäude sei demokratisch geplant worden, Lehrkräfte, Eltern und Schülervertreter seien einbezogen worden. So habe man mit dem neuen Gebäude für alle optimale Bedingungen geschaffen, als „Grundlage für erfolgreiches und modernes Lernen.“ Dabei sei man im veranschlagten Kosten- und Zeitrahmen geblieben. Nach 36 Monaten vom Grundstückskauf bis jetzt könne der Schulbetrieb nun aufgenommen werden.

Neues Angebot macht Universitätsstadt attraktiver

Mit dem Gebäude löst die Schule einen Teil ihres Platzproblems, auch vor dem Hintergrund der neuen bilingualen Grundschule, die nach den Sommerferien startet. Dazu sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), er wolle­ 
nicht leugnen, dass es anfangs Bedenken gegeben habe und die bilinguale Grundschule als Bedrohung für die anderen kleinen Grundschulen gesehen wurde.

Nun aber freue man sich über das neue Angebot, dass die Universitätsstadt attraktiver mache. „Schulen müssen Orte­ sein, an die Kinder gerne gehen“, so Spies. In puncto Ästhetik setze die Steinmühle da Maßstäbe. Wettbewerb sei im Bereich der Bildung ein Innovationsbeschleuniger, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU).

Nur die Holzterrasse im Außenbereich konnte noch nicht fertiggestellt werden. Dafür warte man auf trockene Tage, sagte Architekt Thomas Oesterle.     

von Freya Altmüller