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Büchner-Verlag setzt auf Marburg

Wissenschaft Büchner-Verlag setzt auf Marburg

Marburg hat einen neuen Verlag. Der Büchner-Verlag ist von Darmstadt in die Universitätsstadt an der Lahn gezogen. Ein Glücksfall für vier Mitarbeiter des Tectum-Verlags, der Marburg verlassen hat.

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Die neuen Leiter des Büchner-Verlages: Mareike Gill (von links), Norman Rinkenberger, Sabine Manke und Ina Beneke gehen mit ihrem Büchner-Bücher-Bus auf Tour. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Viel besser hätte es für Ina Beneke, Mareike Gill, Sabine Manke und Norman Rinkenberger nicht laufen können. Sie alle hat das Studium nach Marburg verschlagen, sie alle haben sich in die Stadt verliebt und sind geblieben. Und sie alle haben beim Marburger Wissenschaftsverlag Tectum gearbeitet. Als der zur Jahreswende vom Nomos-Verlag in Baden-Baden übernommen wurde, blieb ihnen nur die Wahl, ganz aufzuhören oder im Sommer mit umzuziehen.

Dann kam die Chance, den genossenschaftlich strukturierten Büchner-Verlag von Darmstadt nach Marburg zu holen. Die vier ehemaligen Tectum-Mitarbeiter griffen zu, wurden von den Genossenschaftlern des Büchner-Verlags für vier Jahre in den Vorstand gewählt. „Das Angebot zur Übernahme des Darmstädter Büchner-Verlags kam genau im richtigen Moment. So ergab sich für uns die Möglichkeit, weiterhin in einem sehr gut eingespielten Team zu arbeiten“, erklärt Ina Beneke, die im Team für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist.

Zudem sei der Büchner-Verlag durch die Büchner-Forschungsstelle in Marburg auch sehr gut aufgehoben. Damit bleibe der Universitätsstadt Marburg ein erfahrener Ansprechpartner für wissenschaftliche Buchpublikationen erhalten. Der Schwerpunkt des 2008 in Darmstadt gegründeten Büchner-Verlags liegt auf „kritischen und innovativen Arbeiten aus den Feldern Politik und Gesellschaft, Medien und Kultur, Soziales sowie Literatur und Sprache“.

Ina Beneke, Mareike Gill, Sabine Manke und Norman Rinkenberger wollen das Verlagsspektrum in den kommenden Jahren aber erweitern. Wie Ina Beneke betonte, planen sie eine neue Sachbuchsparte. Schon ab diesem Herbst sollen „engagierte Titel zu relevanten Themen der Gegenwart“ erscheinen, die sich an ein breites Lesepublikum richten sollen. Zudem werde es in Zukunft ein Programmsegment „Care“ mit Titeln aus dem pflegewissenschaftlichen Bereich geben. Sandra Köhnlein etwa setzt die Reihe „Aktiv mit Senioren“ fort, die sich an Pflegende richtet.

Nach der Frankfurter Buchmesse startet das Verlags-Team mit ihrem „Büchner-Bücher-Bus“, einem alten VW-Bulli T2, auf eine erste Marketingtour, die nach Berlin, Göttingen und Kassel führen wird. „Wir sind uns sicher, dass es einen Bedarf nach kleinen unabhängigen Verlagen gibt“, meint Ina Beneke. Und den Verlag leiten wollen sie nicht nur die kommenden vier Jahre, sondern bis zur Rente.

Rund 60 Wissenschaftstitel und 12 Sachbücher sind in Planung - sehr viel für ein kleines Team, das aber von den Genossen des Büchner-Verlags unterstützt wird. Unter anderem ist eine große Chronik zum Berliner Spreepark geplant. Es soll ein sehr umfangreicher und aufwendiger Bildband werden, der die Stationen des Parks „Kulturpark, Spreepark, Lost Place“ aufzeigt. Die Autoren sind Christopher Flade, Dr. Sacha Szabo und Ludwig Neumann.

Und vielleicht gelingt dem jungen Wirtschaftswissenschaftler Christian Mayer mit seiner kritischen Auseinandersetzung mit seinem Fachgebiet ja auch ein ähnlicher Wurf wie dem Tectum-Verlag mit dem Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte“.

Die neuen Büchner-Vorstandsmitglieder haben außerdem zum 1. September DeinSatz Marburg gegründet und bieten „verlagsnahe Dienstleistungen“ an. Das Verlagsbüro befindet sich in der Bahnhofstraße 6 im Gebäude der Hauptpost.

von Uwe Badouin

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