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Marburg Brüder Grimm mit Gala gefeiert
Marburg Brüder Grimm mit Gala gefeiert
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17:04 21.12.2012
Marburg

Rund 200 Gäste feierten am Donnerstagabend, dem 200. Jahrestag des Erscheinens der Erstausgabe der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, im Hessischen Landestheater den (vorläufigen) Abschluss des Marburger Grimm-Jahres. Das Programm hatte das Theater im Auftrag der Stadt organisiert, dazu gab es ein Büfett mit Live-Musik.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki empfing die Besucher mit der OP in der Hand und führte mit frechem Witz durch das Programm, das nicht wie geplant nur eine sondern zwei Stunden dauerte.

Hinter der Ranicki-Puppe verbarg sich der Puppenspieler, Liedermacher und Kabarettist Gunzi Heil, ein Name, den sich viele Gäste merken werden. Gekonnt präsentierte er „Rotkäppchen in 100 Sekunden“ oder einen Frau-Holle-Song im Grönemeyer-Stil, souverän führte er durch das Programm, lästerte gekonnt über die Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm, verteilte geschickt Seitenhiebe auf Marburg. Anna Menzel und Magda Lene Schlott entführten die Zuschauer mit dem Puppentheater Frau Hollewood in eine eigenwillige Version des Märchenklassikers. Und der junge, talentierte Liedermacher Stefan Ebert stellte drei Auftragsarbeiten zu Märchen vor.

Auch für Stargast Didi Hallervorden, der kurzfristig als Märchenonkel abgesagt hatte, haben die Organisatoren Ersatz gefunden: Die junge Schauspielerin Paula Schramm kam im Prinzessinnenkleid aus dem Film „Der Eisenhans“ auf die Bühne und stellte sich Reich-Ranickis Fragen.

Bekannt gegeben wurden auch die Gewinner der großen Froschkönig-Aktion des Fachdienstes Kultur: 10000 Froschkönige wurden verkauft und sie sind weit herumgekommen in der Welt: 18624 Kilometer entfernt in Neuseeland fotografierte Niklas Höft seinen Froschkönig in Fleabay Banks auf der Südinsel. Das ist Platz 1 in der Kategorie „Wanderschaft“. Platz 1 in der Kategorie „Flunkerhaft“ ging an Henrik Isenurg für seine Mount-Rushmore-Collage und die Kategorie „Märchenhaft“ gewann Barbara Krippners Frosch in Indien. Dies teilte Fachdienstleiter Richard Laufner mit.

Während in Marburg das Grimm-Jahr 2012 nach rund 100 Veranstaltern von rund 50 Initiativen, Institutionen und Einrichtungen exakt ein Jahr nach dem Start endete, haben die Grimm-Feierlichkeiten in Kassel am Donnerstag mit einer großen Gala erst begonnen.

Da ist klar: Marburg wird die großen Söhne der Stadt weiterfeiern, schon aus Solidarität mit den anderen Grimmstädten, wie Laufner betonte.

von Uwe Badouin

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