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Brücken, die sich über Stillstand biegen

Poetry-Slam Brücken, die sich über Stillstand biegen

„Vom Open-Air- zum Drinnen-Slam“ war am Freitagabend die Devise. Trotzig kündigte eine Tafel vor der Cavete dennoch den Open-Air-Poetry-Slam an.

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So sieht also ein Open-Air-Poetry-Slam in Marburg aus. Martin Siepers Texte jedenfalls erwiesen sich als auch „höhlentauglich“.

Quelle: Tanja M. Gleiser

Marburg. Leider spielte das Wetter nicht mit, und so musste Lars Ruppel den eigentlich im Zentralstrand vorgesehenen Poetry-Slam doch noch in die Ausweich-Location verlegen. Im Gewölbekeller von Marburgs einziger Jazzkneipe wurde es dann auch ordentlich voll – sogar auf der Bühne saßen die Slamfans und erwarteten gespannt die Auftritte der Wortkünstler.

Organisator Lars Ruppel machte wie gehabt Einführung und „Opferlamm“ – das heißt, er bot einen ersten Einstiegstext „zur Eichung der Jury“ dar. Den Anfang machte nach Losentscheid Marvin Ruppert, der einen Text aus seiner Reihe „Traurige Liebesgeschichten aus meinem Leben“ in gewohnt komischer Manier vortrug.

Nicht bei allen Slammern ging es so humorig zu. Den inhaltlich härtesten Text hatte Markus Raser im Gepäck. „Halt doch mal still“ handelt von einem seit zwei Jahren im Koma liegenden Menschen, der sich immer wieder die gleiche Frage stellt: „Will ich wirklich, kann nur nicht?“ Mit dem schwierigen und besonders an Schulen präsenten Thema Mobbing beschäftigte sich Kyana Almera, die als einzige an diesem Abend das Publikum mit einbezog. „Jetzt spricht das Opfer“ sollte an einer bestimmten Stelle aus dem Raum gerufen werden – und es klappte einwandfrei.

Theresa Hahl qualifizierte sich mit ihrem Text über Vorstadtsterne und verwilderte Gärten fürs Finale. Zurecht: Auswendig und sicher legte sie ein Wortgemälde nach dem anderen hin, wie „Brücken, die sich über Stillstand biegen“.

von Tanja Hamer

Mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der OP.

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