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Marburg Böse Satire aus der Zeit der Sowjetunion
Marburg Böse Satire aus der Zeit der Sowjetunion
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17:18 15.01.2018
Das Foto zeigt eine Szene aus „Das hündische Herz“ von Michail Bulgakow: Oda Zuschneid (vorne) sowie Insa Jebens (hinten von links), Tobias Maurer, Stefan Piskorz und Christian Dieterle. Quelle: Jan Bosch
Marburg

Michail Bulgakow (1891 – 1940) ist hierzulande weitgehend unbekannt. In Russland allerdings hat man einen Asteroiden nach ihm benannt, in seiner Heimatstadt Kiew gibt es sogar ein Bulgakow-Museum. Er gilt als einer der großen ­Satiriker Russlands.

Im russischen Bürgerkrieg war er Arzt bei der Ukrainischen Republikanischen Armee, dann in der Roten Armee und schließlich bei den Weißen Garden, die gegen die Bolschewiki kämpften. Nach dem Krieg wurde er Autor und Journalist, schrieb Essays, Reportagen, Kolumnen und Prosa. 

Weitere Vorstellungen

Die Premiere am Freitag, 12. Januar, um 19.30 Uhr ist ausverkauft. Weitere Vorstellungen sind am 16., 26. und 28. Januar.

Eine seiner Erzählungen heißt „Das hündische Herz“. Sie stammt aus dem Jahr 1925 und ist eine bitterböse Satire auf den von der Sowjetunion propagierten „neuen sowjetischen Menschen“. Im Zentrum steht Professor Preobraschenski, ebenso genial wie ruchlos. Er ist spezialisiert auf verjüngende Operationen und nicht zuletzt deshalb bei der Obrigkeit so beliebt, dass er sogar seine Sieben-Zimmer-Wohnung behalten darf.

Eines Tages wagt er wie Frankenstein ein extremes Experiment: Er schafft einen „Hundemenschen“, der sich zum Albtraum für seinen Schöpfer entwickelt. Die Erzählung wurde in der Sowjetunion verboten und erschien erst 1987 – 47 Jahre nach Bulgakows Tod.

Regisseurin Twyla Zuschneid bringt eine Fassung von Alexander Nitzberg auf die Bühne. Für die Ausstattung zeichnet ­Richard Fulton verantwortlich. Es spielen Christian Dieterle, Insa Jebens, Artur Molin, Stefan Piskorz und Oda Zuschneid.