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Marburg Blutiger Auftakt zum Alien-Horror
Marburg Blutiger Auftakt zum Alien-Horror
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16:56 09.08.2012
Auf der Suche nach dem Ursprung der Menschheit stößt die Besatzung der Prometheus auf das Grauen.Foto: 20th Century Fox
Marburg

Manche Filmstoffe faszinieren Regisseure ein Leben lang. Steven Spielberg wurde in den 80ern mit „Indiana Jones“ endgültig zum Blockbuster-Regisseur - ein Vierteljahrhundert später brachte er den Abenteurer wieder auf die Leinwand. George Lucas schöpfte bei „Star Wars“ über Jahre hinweg aus dem Vollen, Peter Jackson bei „Herr der Ringe“. Dass alte Themen im neuen Gewand kommerziell erfolgreich und zugleich künstlerisch anspruchsvoll sein können, beweist nun auch Altmeister Ridley Scott mit dem Science-Fiction-Film „Prometheus - Dunkle Zeichen“, der 33 Jahre nach Scotts „Alien“ die Vorgeschichte zum Weltraum-Horror erzählt. Ein fulminanter Trip durch das Grauen der Galaxis und die Untiefen der Psyche.

Hollywood-Newcomerin Noomi Rapace - bekannt durch die schwedischen Stieg-Larsson-Verfilmungen - übernimmt die Hauptrolle von Sigourney Weaver, die mit den düsteren „Alien“-Filmen zur Genre-Ikone wurde. Rapace spielt in „Prometheus“ eine Wissenschaftlerin, die aus vorzeitlichen Inschriften in irdischen Höhlen eine Karte zum Ursprung der Menschheit zu erkennen glaubt. Danach fährt sie auf einem Raumschiff durch die Galaxis, um auf einem fernen Planeten dem Schöpfer der Menschen zu begegnen.

Was nach aufgesetztem Pathos in einem simplen Horrorgemetzel klingt, ist tatsächlich eine gelungene Gratwanderung zwischen Genrefilm und anspruchsvollerem Kino mit eindrucksvollen Bildern. Lange Kamerafahrten zeigen wie in „2001: Odyssee im Weltraum“ ein Raumschiff, auf dem offenbar nur ein einsamer Mensch lebt. Später entpuppt er sich als Android, der die schlafende menschliche Crew versorgt. Michael Fassbender („Inglourious Basterds“) mimt einen modernen Sklaven der Menschheit, der seine programmierten Fesseln ablegen will. So wie die Menschen - darunter Charlize Theron - die Distanz zu ihrem göttlichen Schöpfer überwinden wollen, will der Android die Abhängigkeit zu seinen menschlichen Machern beenden. Beide werden sie scheitern.

Scott lässt sich wie in seinem „Alien“-Film von 1979 Zeit, bis das Gemetzel durch die außerirdischen Wesen beginnt. Actionfans dürften wohl etwas ungeduldig werden, wenn die Kamera langsam durch das Raumschiff oder über die schroffen Weiten des fremden Planeten gleitet. Es sind eindrucksvolle Bilder, die Scott von diesem Horrortrip zum angeblichen Ursprung des Lebens entwirft.

Die 3-D-Version hingegen enttäuscht. Außer etwas Atemlosigkeit in einem Sandsturm bietet sie kaum visuellen Mehrwert.

Das Raumschiff trägt den symbolischen Namen Prometheus - wie die Gottheit aus der Antike, die die ersten Menschen aus Ton formte. Prometheus wurde später elendig an einen Felsen gekettet, wo er in ständiger Pein lebte. Auch die Prometheus-Expedition steuert in fataler Selbstüberschätzung ihrem blutigen Ende entgegen. Dabei hält Regie-Altmeister Scott Konventionen des Alien-Genres ein, ohne dass sein Film kreativarm wird. Menschen irren durch dunkle Gänge, das Grauen im Nacken. Totgeglaubte leben länger. Und: Wo gute Absicht ist, lauert stets das Böse.

von Wolf von Dewitz

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