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Marburg Bitter und komisch zugleich
Marburg Bitter und komisch zugleich
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17:27 21.09.2015
Die kleine Küche des goldenen Drachens ist Sinnbild für die ­Ausbeutung in der globalisierten Welt. Quelle: privat
Kirchhain

Schimmelpfennig ist der zurzeit meistgespielte deutsche Dramatiker der Gegenwart, „Der goldene Drache“, eines seiner erfolgreichsten und zugleich irritierendsten Stücke, weil es sehr geschickt Witz mit Bitterkeit verknüpft. Das Stück spielt in einem Asia-Restaurant. Kunden kommen und gehen: eine Stewardess, ein Großvater und seine Enkelin, eine Frau, die ihren Mann verlässt. Kleine, oft surreal anmutende Alltagsszenen.

Doch das eigentliche Geschehen spielt sich in der winzigen Küche ab, in der sich Köche abplagen, darunter ein junger Chinese, der seine Schwester sucht. Er hat Zahnschmerzen, eine Lappalie, aber nicht für einen Illegalen. Die Köche sehen nur eine Lösung: Sie müssen den faulen Zahn ziehen. Der Patient stirbt. Eingebettet ist die Fabel von der Grille und der Ameise.

Inszeniert wird das Stück über die dunklen Seiten unserer globalisierten Welt, über die man gerne hinwegschaut, von Silke Trux, Michael Korte und Julia Popovic. Ergänzt wird das Bühnengeschehen von Stücken, die die Schüler selbst komponiert und getextet haben.

Weitere Vorstellungen sind am 26. und 27. September sowie am 2. und 3. Oktober; Vorverkauf in Lenis Buchladen, bei Optik Kempe und im Sekretariat der Oberstufe der AWS.

von unseren Redakteuren