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Bis ins Detail ausgefeilter Chorgesang

Konzert des Uni-Chors Bis ins Detail ausgefeilter Chorgesang

Freitag, der 13. Juli 2012: Ein Glückstag für die 230 Besucher in der Universitätskirche, die das Konzert des Universitätschors Marburg besuchten. Sie hörten ausgewählt schöne Musik.

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Nicht nur zahlenmäßig einer der großen Chöre Marburgs: der Uni-Chor unter Leitung von Wolfgang Schult.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Mit Hingabe widmet sich Wolfgang Schult mit dem Universitätschor der Wiederentdeckung selten zu hörender Werke von einst fast vergessenen Komponisten: „Die Chormusik von Georg Alfred Schumann wurde erstmalig von mir und dem Uni-Chor wiederentdeckt. Inzwischen ist der Komponist wieder etabliert. Es ist große Musik im Stil Gustav Mahlers, und so etwas fehlte im Repertoire meist. Felix Woyrsch geht als Komponist einen etwas anderen Weg als sein Zeitgenosse und Freund Schumann, aber auch sein Werk war bis vor kurzer Zeit total vergessen“, schrieb Schult auf eine Anfrage des Rezensenten. Beide Komponisten mit je einem Werk im Programm vertreten.

Mit gleicher Leidenschaft widmet sich Schult der Ausbildung des Chores und der Einstudierung der Werke. 21 meist junge Frauen und 19 im Schnitt kaum ältere Männer verfügen über schöne und intensiv geschulte Stimmen. Sie demonstrierten fast immer tonale Sicherheit, Gefühl für Melodik, Harmonik und Dynamik, Gespür für Takt und Rhythmus. Sie überzeugten mit stilistischer Sicherheit, guter Atemtechnik und klarer Aussprache mit beinahe perfektem und einheitlichem Akzent der Endsilbe. Die Sängerinnen und Sänger beherrschten die Kunst, in sich hineinzuhorchen und gleichzeitig die anderen Stimmen zu hören. Damit gelang ihnen beinahe durchgängig ein ausgewogenes und transparentes Klangbild. Lobenswert ist ihr häufiger Blickkontakt zum Dirigenten, der ihn häufiger aufnehmen sollte. Zwar verlor in dem 90-Minuten-Konzert der Sopran punktuell im Forte seine Zartheit, setzte der Alt bei einem Einsatz zögerlich ein, bröselte der Tenor sich hier mal in den Höhen auf und suchte der Bass ein anderes Mal sein Tonfundament: Alles nur Kleinigkeiten, die sich leicht korrigieren lassen. Dirigent Schult führte routiniert, konzentriert, mit innerer Spannung. Am Ende spendete das Publikum allen Beteiligten herzlichen, immer kräftiger werdender Applaus.

von Helmut Rottmann

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