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Marburg Bilder aus einer exotischen Welt
Marburg Bilder aus einer exotischen Welt
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19:09 23.05.2013
Michael Heckert vor dem großformatigen Gemälde „Velvet Orgasm“ im Eingangsbereich der LOG Gallery.Foto: Mareike Bader
Marburg

988 war Michael Heckerts Einzelausstellung im Universitätsmuseum eine der ersten des damaligen Direktors Jürgen Wittstock. Einige der 60 Gäste bei der Ausstellungseröffnung in der LOG Gallery erinnerten sich lebhaft an die großen, prächtigen Werke. Heckerts Arbeiten sind in vielen Sammlungen enthalten, etwa im Auswärtigen Amt in Berlin, aber auch in der Marburger Museumssammlung sowie in der Kunstsammlung Eitel, die nach der Sanierung des Universitätsmuseums zu sehen sein wird.

Die aktuelle Ausstellung in Marburg zeigt dagegen kleinere Formate. Das hängt mit den Gegebenheiten des Ateliers von Heckert in Haiti zusammen. Dort hat der Künstler zwischen 2007 und 2012 gelebt. Er erlebte die Auswirkungen des dramatischen Erdbebens 2010 mit. „Es war ein schreckliches Ereignis. Diese Zeit in Haiti ist trotz allem die schönste meines Lebens“, sagt er.

Bis auf die beiden großen Formate im Eingangsbereich der Galerie sind alle Werke auf Haiti entstanden. Galerist Hermann erkennt in den Bildern durchweg den gestischen Maler, der unbelastet von der Politik und den schrecklichen Erlebnissen von einer farbenfrohen und exotischen Welt berichtet. So blendet er das Grauen der Katastrophe in seinen Bildern aus.

Als Künstler hatte er immer wieder Probleme: Gewohnte Materialien bekam er oft nicht und der Platz zum Arbeiten war zu klein. Aber das Blau des Himmels oder der tiefrote Boden der Veranda in Port-au-Prince faszinierten den Maler. Diese Eindrücke vermischte er mit dem Thema der Weiblichkeit, das ihn schon seit den 70er Jahren beschäftigt.

Auffallend wirkt der Untergrund seiner Ölmalereien. Es sind ausgesuchte Fotografien von Frauen, die auf eine Leinwand gedruckt sind, mit starker, geschwungener Farbe übermalt. Damit nimmt der in Bad Honnef lebende Künstler die Bewegung des Bildes auf. Auf manchen Bildern sind die abgelichteten Frauen deutlich zu erkennen, auf anderen sieht man Details wie Finger und Füße, auf manchen ist von der Fotografie kaum noch was zu erkennen. Er habe sich dabei vom amerikanischen Expressionismus beeinflussen lassen, erklärt Michael Heckert. Es seien besonders die kleinen Bilder, die mit bewusster Irritation viel von den Gefühlen in sich tragen die ihn beschäftigten.

Die Ausstellung ist bis 6. Juli in der LOG, Ketzerbach 31, zu sehen; geöffnet Dienstag bis Freitag 10 - 12.30 Uhr und 15 - 18 Uhr, Samstag 10 - 13 Uhr.von Mareike Bader

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