Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Beste Unterhaltung für junge Gäste

Theater Beste Unterhaltung für junge Gäste

Der dritte Tag der diesjährigen Marburger Kinder- und Jugendtheaterwoche begann mit einem vermutlich pädagogisch völlig inkorrekten, aber sehr unterhaltsamen Märchen.

Voriger Artikel
Schüler finanzieren Stolpersteine
Nächster Artikel
Der freundliche Beat-Poet aus Frimley

Lästerndes Volk feiert bei „Kleiner Klaus, großer Klaus“ das Abendmahl in der Kirche.

Quelle: Veranstalter

Marburg. In „Kleiner Klaus, großer Klaus“ werden Pferde erschlagen und Menschen ersäuft und Großmütter verkauft. Das Frankfurter Theater „Grüne Soße“ hatte sich das gleichnamige Märchen von Hans Christian Anderson vorgenommen und in ein Stück mit herrlich schwarzen Humor und einer Fülle von wundervollen Ideen in einen Favoriten für den diesjährigen Marburger Theaterpreis verwandelt.

Drei schnauzbärtige, barfüßige Kläuse in Lederhosen und ein Mädel erzählten die Geschichte vom kleinen Klaus, der nur ein Pferd hat, und dem großen Klaus, der drei Pferde hat. Am Ende hat der der kleine, gewitzte Klaus einen Batzen Geld und den großen habgierigen Klaus dazu gebracht, mit einer Axt beschwert ins Wasser zu springen, weil er dort eine hübsche Jungfrau, Pferde und Kühe erwartet. Zwischendrin ist er über Berg und Tal (Tisch und Stühle) gewandert, musste im Heuschober (auf dem Schrank) schlafen und hat der untreuen Bauersfrau Kuchen und Wein abgeluchst. Glücklicherweise wird nur eine Kartoffel statt eines Pferdchens zerteilt.

Herrlich die Wortspielereien um den Küster, der so heißt, weil er so gut küsst und wie eine Stehlampe mit seiner Schublade auf dem Kopf Radio spielt, das unverständliche, aber irgendwie russisch klingende Gebrabbel des Akkordeonspielers und das fiese ebenfalls unverständliche Gezeter der Großmütter.

„Kleiner Klaus, großer Klaus“ ist endlich mal ein Theaterstück für Kinder, das nicht belehren oder herumerziehen will, das ohne Gute und Böse auskommt, das keine Probleme bewältigen will, das Kinder nicht für doof hält, sondern bestens unterhält und locker in die Albernheiten einbezieht. Die lautesten Lacher kamen allerdings aus den Reihen der erwachsenen Zuschauer.

von Christine Krauskopf und Rüdiger Oberschür

Mehr lesen Sie am Dienstag in der gedruckten OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg