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Beschwingende Klänge im Walzertakt

Konzert im Schimmel-Centrum Beschwingende Klänge im Walzertakt

Jenny Muyia Li ist erst 15 Jahre alt. Am Samstagabend durfte die Marburgerin Pianistin im Vorprogramm des Starmusikers Ingo Dannhorn auftreten.

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Jenny Muyia Li und Ingo Dannhorn gaben am Samstag ein sehr gelungenes Konzert im Schimmel Centrum in Michelbach. Foto: Bettina Preussner

Michelbach. Ein bisschen aufgeregt war sie schon, die junge Pianistin Jenny Muyia Li. Aber als sie dann am Flügel saß, schien alle Anspannung verflogen. Sicher und hochkonzentriert spielte sie das „Andante favori“ von Ludwig van Beethoven, erweckte das Stück mit viel Einfühlungsvermögen zu neuem Leben. Ganz hingegeben an die Musik spielte sie, zum Teil mit geschlossenen Augen und ganz ohne Notenblatt. Das Publikum war begeistert und spendete lange herzlichen Applaus. Jenny Muyia Li ist Schülerin an der Musikschule Marburg und wurde beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet.

Auch der Pianist Ingo Dannhorn hat schon sehr früh Konzerte gegeben. Bereits mit 12 Jahren stand er zum ersten Mal als Solist auf der Bühne, mit dem Klavierunterricht hatte er auf eigenen Wunsch schon mit fünf Jahren begonnen. Er gewann im Laufe der Jahre zahlreiche internationale Wettbewerbe, heute ist er Dozent an der Musikakademie Wiesbaden.

„La Walse - Alles Walzer“ hieß das Programm, das er am Samstag im gut besuchten Schimmel Centrum präsentierte. Auch Ingo Dannhorn brauchte kein Notenblatt, sondern spielte den ganzen Abend hindurch auswendig. Scheinbar mühelos flogen seine Finger über die Tasten, selbst die schwierigsten Passagen spielte er mit großer Leichtigkeit.

Los ging es mit dem „Grand Valse brillante“ von Frédéric Chopin (1810-1849). Locker und leicht kam dieser Walzer daher, Dannhorn spielte ihn flott und ausdrucksvoll. Von Georg V., König von Hannover (1819-1878), stammte der folgende „Lennox-Walzer“. Kaum einer weiß, dass dieser König, der im Laufe seines Lebens erblindete, komponiert hat. Das Komponieren war seine große Leidenschaft, den gefühlvolle „Lennox-Walzer“ hat er für die angebetete Lady Lennox geschrieben.

Besonders schön waren dann die sechs kleinen Walzer von Franz Schubert (1797-1828). Wie Miniaturen-Perlen schimmerten diese kurzen Stücke, die Dannhorn ganz hinreißend und mit großer Sensibilität interpretierte. Mal munter, mal verträumt, mal ruhig, mal melancholisch wirkten diese Walzer, die das Publikum verzauberte.

Mit viel Beifall belohnten die Konzertgäste am Schluss die Leistung des Musikers, der sich wiederum mit einer Zugabe revanchierte. Gut gelaunt und walzerselig beschwingt traten alle den Heimweg an.

von Bettina Preussner

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