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Berührendes Stück Heimatgeschichte

Theater Berührendes Stück Heimatgeschichte

Der Wittelsberger Willi Schmidt hat seine Produktion „Offm Eschbann“ nach zehn Jahren noch einmal für die Waggonhalle neu inszeniert.

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Lisa Bier als Lisbeth und Willi Schmidt als Knecht Jost.

Quelle: Christine Krauskopf

Marburg. Ein Mann, eine Bank, eine Mütze. Erinnerungen, gesprochen mit einer rauen Sprache, stark geprägt vom ebenso rauen oberhessischen Dialekt.

Dann und wann packt ihn, der ansonsten fast unbeweglich auf seiner Bank sitzt, die Wut auf die Bauern, für die er sein ganzes Leben lang gearbeitet hat. Dann und wann wird er poetisch, erzählt wie die Mutter Rotkraut schnitt, kochte und mit Essig, Salz, Zucker, Wacholderbeeren und Pfeffer würzte oder vom Acker spricht, über dem im Herbst der Nebel liegt.

Das soll Theater sein? Es ist genau das, was man einer guten Inszenierung nachsagt: konzentriertes Leben und damit großes Theater. Willi Schmidt erinnert sich als Knecht Jost an ein Leben, dessen Horizont am Rand des Kartoffelackers endet.

Willi Schmidt spielt den Knecht Jost mit großem Ernst und Überzeugung und ohne ein einziges Mal aufzustehen. In seine Stimme legt Schmidt all die Müdigkeit, die viele Arbeit und die dörfliche Enge, manchmal reicht es auch nur zu Satzfetzen, die er ausstößt.

Zu Herzen gehend sind die kurzen Ausbrüche, die winzigen Träume von einem anderen Leben und seiner Kindheit. „Offm Eschbann“ ist ein ruhiges, tief berührendes Stück oberhessische Heimatgeschichte.

von Christine Krauskopf

Mehr lesen Sie in der gedruckten OP.

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