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Behinderte lassen sich nicht unterkriegen

"Die Kunst, die Schuhe zu binden" im Kino Behinderte lassen sich nicht unterkriegen

Nach „Vincent will Meer“ und „Ziemlich beste Freunde“ kommt nun eine schwedische Komödie um Menschen mit Behinderungen ins Kino. „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“ war in seiner Heimat schon ein großer Erfolg.

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Kjell-Ake (von links), Ebbe, Alex, Katarina, Kristina und Filippa wollen sich das Theaterspielen nicht verbieten lassen.Foto: dpa

Marburg. . Behinderte brauchen oft Hilfe. Das ist klar. Doch die schwedische Komödie „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“ zeigt, dass ein Zuviel an Hilfe auch mehr an Beschränkung denn Selbstständigkeit bringen kann. Der Film besticht mit viel Witz und einer großen Authentizität. Die rührt vor allem daher, dass er auf einer wahren Geschichte beruht: Das in Schweden sehr bekannte Behinderten-Theater „Glada Hudik“ ging einst aus einer Gruppe von betreuten Behinderten, die sich hier zum Teil selbst spielen, hervor.

Im Zentrum der Geschichte steht der nichtbehinderte Alex. Der Mittdreißiger durchlebt eine Krise. Privat läuft alles schief. Beruflich sieht es nicht besser aus. Es gibt keinen Job für den Schauspieler. Das Arbeitsamt schickt ihn in eine Einrichtung mit dem Namen „Paradies“. Hier werden Erwachsene mit geistigen Behinderungen betreut. Doch diese Betreuung besteht fast nur aus Routine. Ein paar Streicheleinheiten, kleinere Holzarbeiten und immer wieder Übungen zum Binden der Schuhe – das ist mehr oder weniger alles, was den Schützlingen geboten wird. Alex will das ändern, denn er erkennt das schauspielerische und musikalische Potenzial der Betreuten und will mit ihnen zu einer Casting-Show nach Stockholm fahren. Doch die Eltern der Behinderten sind keineswegs froh über seine Initiative. Besonders einer der Väter hat Angst, dass die Kinder zur Schau gestellt werden. Er fordert die Entlassung von Alex. Die Szenen dazu sind von großer Intensität und geben dem Film eine schöne Wahrhaftigkeit. Hier wird nicht im Handumdrehen aufs Happy End zugesteuert. Dem Witz, der Selbstironie und der Herzensgüte der Geschichte kann sich kaum jemand entziehen.(dpa)

Der Film läuft im Capitol.

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