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Marburg Baugebiets-Planung erhitzt die Gemüter
Marburg Baugebiets-Planung erhitzt die Gemüter
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11:06 31.03.2018
Das Baugebiet Oberer Rotenberg, hier mit Blick Richtung Höhenweg, sorgt in der Marbach für Gesprächsstoff. Quelle: Thorsten Richter
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Marbach

Zwei Themen standen auf der Tagesordnung des Ortsbeirates Marbach und führten zu lebhaften und ausgedehnten Diskussionen. Eine große Zahl von Bürgern hatte sich im Bürgerhaus eingefunden. Zunächst ging es um die Verkehrssituation in der Marbach infolge der Sanierung der Weidenhäuser Brücke. Ortsvorsteher Jürgen Muth nannte sie „katastrophal“ und auch Ortsbeirätin Dr. Barbara Fröhlich sagte: „Die Situation ist für die Marbach sehr unbefriedigend.“

Schließlich gäbe es Berufe, bei denen Autofahren unumgänglich sei, gerade da sei es schwierig und die Stoßzeiten seien „furchtbar“. Jedoch müsse man auch im Hinterkopf behalten, dass als Alternative zum Marbacher Weg lediglich die Hohe Leuchte und der Rotenberg in die Stadt hinein führten, und diese Straßen hätten beide ihre Defizite. Die „fatale“ Verkehrssituation werde vonseiten der Stadt nicht angegangen, obwohl die Probleme klar seien, kritisierten die anwesenden Bürger.

„Wir warten auf die Unterlagen von der Stadt“

Kontrovers wurden die Redebeiträge beim Thema der Baugebiete Engelsberg und Oberer Rotenberg. Überrascht habe alle Anwesenden eine Aussage von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) zur Realisierung der Baugebiete Hasenkopf und Oberer Rotenberg: „Meines Erachtens kann die Frage nicht lauten, ob das eine oder das andere Wohngebiet realisiert wird.“ Überrascht habe den Ortsbeirat auch, dass die Stadt Marburg bisher keine Planung vorgelegt habe.

Denn Ortsvorsteher Muth konnte nur sagen: „Wir warten auf die Unterlagen von der Stadt.“ Dazu kam reichlich Gegenwind von Bürgerseite. Henner Gonnermann etwa sagte: „Bürgerbeteiligung fängt nicht dann an, wenn ein Bebauungsplan schon fertig ist.“ Häufig kam die Klage mangelnder Bürgerbeteiligung mit Stimmen wie: „Es kann mit der Bürgerbeteiligung nicht ganz ernst gemeint sein“, oder: „Was hier passiert, ist das Gegenteil von Bürgerbeteiligung.“

Ortsbeirätin: Wir setzen uns mit Stadtplaner zusammen

Diese Klagen richteten sich jedoch nicht nur an den Ortsbeirat, sondern auch an die Stadt. Doch der Marbacher Friedrich Blackkolb, der viele Jahre stellvertretender Ortsvorsteher war, machte etwas anderes deutlich: „Der Magistrat kann Bürger, bevor etwas entstanden ist, gar nicht beteiligen.“ Auch Dr. Fröhlich erklärte, dass sie als Ärztin zum Bebauungsplan zunächst wenig beitragen könne. Erst, wenn etwas vorliege, könne sie durch ihre Erfahrung als Bewohnerin der Marbach etwas dazu sagen.

Und letztlich konnte sie auch durch eine entscheidende Aussage die Gemüter etwas beruhigen: „Wir haben in der Ortsbeiratssitzung im Januar beschlossen, dass, sobald etwas Konkretes vorliegt, wir uns mit dem leitenden Stadtplaner Reinhold Kulle und mit den Ortsteilen Ockershausen und Ketzerbach zusammensetzen.“

von Beatrix Achinger

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