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Marburg Bau der Ahmadiyya-Moschee steht bevor
Marburg Bau der Ahmadiyya-Moschee steht bevor
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00:19 22.02.2019
Auf diesem Grundstück im Cappeler Gewerbegebiet will die Marburger Ahmadiyya-Gemeinde ihre Moschee errichten. Quelle: Stefan Weisbrod
Cappel

Vor knapp zwei Jahren ist der Grundstein für die Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat gelegt worden. Seitdem liegt das Grundstück in Cappel brach. Das soll sich bald ändern, versichert der Sprecher der Gemeinde: Geändert habe sich nichts, sagt Kamran Khan, nur der ursprüngliche Zeitplan – 2017 war ein Baubeginn im Jahr 2018 angekündigt worden – habe nicht eingehalten werden können. Angepeilt werde, im Herbst 2019 mit den Bauarbeiten zu beginnen, erklärt der Sprecher auf Anfrage der OP. „Darauf hoffen wir. Wenn es dann aber Frühjahr 2020 wird, ist das nicht schlimm. Es soll schnell gehen, wichtiger ist aber, dass es gut wird.“

In der Moschee mit nicht begehbarer Kuppel und Zierminarett soll es zwei Gebetsräume geben, zudem eine Bibliothek, Büros und einen Multifunktionsraum, etwa für Besprechungen, erklärt Khan. Ob auch eine Wohnung für einen Imam integriert wird, sei noch nicht entschieden – „wir stellen uns das aber so vor“, sagt der Sprecher der Gemeinde, verweist auf die Planungen, die „innerhalb der nächsten zwei bis drei ­ Wochen“ abgeschlossen würden. Danach werde der Bauantrag eingereicht.

Zu einem Kostenrahmen für die Errichtung der Moschee äußert sich Khan nicht, sagt nur: „Natürlich möchten wir so günstig wie möglich bauen, ohne aber an der Qualität zu sparen.“ Finanziert werde der Bau wie bereits das Grundstück ausschließlich aus Spenden der rund 230 Mitgliedern der Marburger Gemeinde und Mitteln des Ahmadiyya-Bundesverbands mit Sitz in Frankfurt.

Gerüchten, wonach die Spendenbereitschaft der Mitglieder hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei und dies zu den Verzögerungen geführt habe, tritt der Sprecher entgegen: „Das ist nicht der Fall. Die ­Finanzierung ist gesichert.“ Dass mit den Arbeiten seit der Grundsteinlegung im April 2017 bislang nicht begonnen wurde,­ habe andere Gründe, sagt Khan. So sei es um Details bei der Planung gegangen, etwa um die Größe der Gebetsräume. Außerdem habe es Verzögerungen beim Bau anderer Ahmadiyya-Moscheen in Fulda und Wiesbaden gegeben. „Dort hat es länger gedauert, als vorgesehen. Der Bundesverband hat sich zunächst darauf konzentriert.“

Hintergrund

Das Gelände, auf dem die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde erbaut werden soll, steht nach Niederschlägen regelmäßig unter Wasser. Dreckiges Wasser fließt dann in großen Massen auf das Nachbargrundstück. Die Nachbarin beklagt, dass sie mehrfach über Stunden an der Pumpe stand, um den Drainageschacht, der das Wasser vom Keller fern hält, und ihr eigenes Grundstück von den Wassermassen zu befreien. Mehrfache Aufforderungen an die Verantwortlichen der Ahmadiyya-Gemeinde, das Problem zu lösen, fruchteten bisher nichts. Ein Schadenersatz stehe ihr aber nicht zu, sagt eine Anwaltskanzlei. (co)

von Stefan Weisbrod