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Autor wider Willen

Lesung Autor wider Willen

Der argentinische Autor Ernesto Mallo stellte bei seiner Lesung im Café Vetter am Sonntag zwei spannende, unterhaltsame Politkrimis vor.

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Der argentinische Autor Ernesto Mallo (links) und sein Vorleser Martin Maecker vom Hessischen Landestheater begeisterten das Publikum.

Quelle: Dr. Justus Noll

Marburg. Mallo ist durch eine Art „Unfall“, wie er es nennt, zum Krimi-Autor geworden. 2001, als Argentinien in einem Jahr fünf verschiedene Präsidenten über sich ergehen lassen musste, verlor der Theater- und Drehbuch-Autor den Job, in dem er bis dato gearbeitet hatte.

Um nicht arbeitslos untätig zu bleiben, erfand er seinen Kriminal-Helden Comisario Lascano. „Der barfüßige Polizist von der Calle San Martín“ ermittelt Fälle und Vorkommnisse, die hoch in die argentinische Politik und tief in die Unterwelt führen. Mallo erläuterte im Café Vetter ironisch: „Krimi-Schreiben in Latain-Amerika ist etwas ganz anderes als in Europa: Südamerika bietet eben sehr viel mehr Material!“

Mallo, Jahrgang 1948, hat zu fünfzig Prozent italienisches Blut in den Adern. Er bekennt freimütig, dass ihm – vielleicht deswegen – Rache wichtig sei. Seine Feinde „verewige“ er in seinen Romanen, in denen fast alle Charaktere auf wirkliche Personen zurückgehen.

Seinen ersten Roman schrieb er im Alter von 54 Jahren. Schauspieler Martin Maecker vom Hessischen Landestheater las gekonnt drei Kapitel aus der deutschen Übersetzung von „Der Tote von der Plaza Once“ und „Der barfüßige Polizist von der Calle San Martín“ vor. Mallo erklärte, er führe ein sehr aktives Leben. Er habe dreimal geheiratet, sechs Kinder gezeugt und sieben Jahre im argentinischen Untergrund als Regime-Gegner verbracht. Seine Romane beruhten daher auf reichhaltiger Lebenserfahrung. Dazu gehöre auch, dass er gelernt habe, dass Talent weder lehrbar noch lernbar sei.

von Dr. Justus Noll

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