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Aus einer Zahnärztin wird eine erfolgreiche Krimiautorin

Helene Tursten beim Krimifestival Aus einer Zahnärztin wird eine erfolgreiche Krimiautorin

Was dabei herauskommt, wenn eine Zahnärztin mit einem Ex-Polizisten verheiratet ist und anfängt, Krimis zu schreiben, begeistert Fans auf der ganzen Welt. Die schwedische Autorin Helene Tursten war zu Gast in Marburg.

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Die schwedische Autorin Helene Tursten.Foto: Schwarzwäller

Marburg. Irene Huss, Kripo Göteborg. Das ist der Name der Kommissarin, die vor fast 15 Jahren das Licht der Krimi-Welt erblickte. Dies ist auch der Name der Film-Reihe, in der sie auch im deutschen Fernsehen ermittelt. Ihre literarische Existenz ist dem Umstand geschuldet, dass ihre Erfinderin ihren Beruf, den einer Zahnärztin, aufgeben musste: Mit 40 Jahren erkrankte Helene Tursten an Rheuma, erfuhren die fast 100 Besucher im Marburger TTZ am Freitagabend von der Autorin.

Literatur habe sie schon immer begeistert und in der Schule haben sie immer die besten Noten für ihre Aufsätze bekommen, so Tursten. Also wandte sie sich dieser Begeisterung zu. Um einen Roman zu schreiben, habe sie aber erst einmal lernen müssen, wie man einen Computer anschaltet, gestand sie. Bei der Figur ihrer Kommissarin sei ihr Glaubwürdigkeit besonders wichtig gewesen.

Ihr Mann, der ebenfalls Zahnarzt ist und den sie während des gemeinsamen Studiums kennengelernt hat, war früher einmal Polizist und über ihn kennt Helene Tursten viele andere Polizisten – und weiß, dass die Arbeit der Ermittler in der Kriminalliteratur oft keine Ähnlichkeit mit der Realität hat, erzählte sie.

Sie habe nicht über einen Whisky trinkenden Einzelgänger schreiben wollen, hat Helene Tursten einmal in einem Interview gesagt. Und so betrat Irene Huss im ersten Roman als eine gestandene Kommissarin Mitte 30 die Krimi-Bühne, kampfsport-erprobt, glücklich verheiratet und Mutter von Zwillingen im Teenager-Alter. Dass ihre Figuren altern und Veränderungen durchlaufen, reizt Helene Tursten nach eigenem Bekunden sehr. Folgerichtig sind in ihrem jüngsten Roman „Im Schutz der Schatten“ fast 15 Jahre später eben alle Figuren auch fast 15 Jahre älter.

Die Familie spielt dabei dieses Mal eine besondere Rolle. Ihr droht im Laufe der Ermittlungen im Banden-Milieu Göteborgs Gefahr. Die Gäste der Marburger Lesung bekamen sowohl einen Einblick in das Familienleben von Irene Huss – die Silberhochzeit von Irene und Ehemann Krister sowie die Verlobung der einen und die abgeschlossene Ausbildung der anderen Tochter werden gefeiert – wie auch in die Welt, in der die Kommissarin bei diesem Fall ermitteln muss.

Helene Tursten las eine Passage auf Schwedisch und Manfred Fenner lieh der deutschen Übersetzung seine Stimme. Tursten zeigte sich hocherfreut, dass einige der Zuhörer Schwedisch sprachen und beantwortete deshalb auch die meisten Fragen in ihrer Muttersprache. Gunilla Rising Hintz übersetzte und moderierte.

von Nadja Schwarzwäller

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