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Ordnungsamt folgt Bitten
 von Unfallzeugen

Stellungnahme der Stadt Ordnungsamt folgt Bitten
 von Unfallzeugen

Das Entfernen des weißen Fahrrades in der Bahnhofstraße, das an den Tod einer dort vor einem Jahr verunglückten Frau erinnern sollte, hat für Diskussionen gesorgt. Nach Anfrage der OP gab gestern Bürgermeister und Ordnungsdezernent Wieland Stötzel eine Stellungnahme ab.

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Die Stadt ließ dieses weiße Fahrrad nach dem Gedenktag entfernen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Ein Fremdverschulden liege nach Informationen der Stadt nicht vor, teilt er mit. Der Tod eines Menschen und die Trauer darüber eigneten sich nicht zum politischen Schlagabtausch.

Das Fahrrad sei auf ­öffentlicher Verkehrsfläche abgestellt worden. Dem Ordnungs­amt sei weder der Eigentümer noch derjenige bekannt, der es dort abgestellt habe, sondern nur Koordinatoren der Aktion.

Zuletzt hätten sich Stimmen von dort lebenden und arbeitenden Menschen gemehrt, die um Entfernung des Rades baten. Sie seien mit dem Ereignis konfrontiert worden und möchten ihr traumatisches Erlebnis verarbeiten, ohne dauerhaft daran erinnert zu werden. Daher hätten diese Augenzeugen darum gebeten, das Mahnmal an dieser Stelle abzubauen.

Die Abwägung zwischen der Bewahrung eines Ortes des Andenkens und dem Wunsch der Anwohner sei keine leichte Frage gewesen. „Wir haben uns nach Rücksprache mit dem Koordinator des Mahnmals entschieden, das Fahrrad noch bis zum Jahrestag des Unglückes dort zu belassen und erst danach abzubauen“, so der Bürgermeister.

"Verkehrspolitische Fragestellungen sind völlig unabhängig von besagtem Vorfall zu diskutieren. Es ist ein Anliegen des Magistrates für mehr gegenseitiges Verständnis der Verkehrsteilnehmenden zu werben und die Schwächsten zu schützen. Der Ausbau von Radverkehrsstreifen, Initiativen für mehr Rücksicht im Straßenverkehr und die Werbung für mehr gegenseitiges Verständnis sind uns wichtig", so Wieland Stötzel.

Es sei aber eine Frage des Respekts - auch gegenüber Verkehrsopfern, solche Debatten anhand von Lösungsoptionen zu führen und für Beteiligte, Angehörige und Freunde unvergessliche Ereignisse nicht immer wieder in die Öffentlichkeit zu zerren, wie es von verschiedenen Seiten geschehen sei, heißt es abschließend in der Stellungnahme.

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