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Auftakt mit romantischen Liedern von Schumann

Marburger Schlosskonzerte Auftakt mit romantischen Liedern von Schumann

Bereits zum 39. Mal bieten die Marburger Schlosskonzerte in den sonst etwas kulturarmen Sommermonaten Kammermusik aus allen Epochen.

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Am Klavier, mit Gesang, an der Geige: (von links) Dmitri Subow, Doris Hagel und Nazahr Kozhukha.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Den Anfang machte ein schöner Liederabend mit bekannten Werken von Robert Schumann. „Ich will meine Seele tauchen“ lautete der Titel des Programms, so wie ein Titel aus Heinrich Heines „Dichterliebe“ von 1840. Es war ein großes Jahr für Robert Schumann. Nach erfolgreicher Klage durfte er endlich seine Clara heiraten und es entstanden in diesem Jahr auch sehr viele Lieder, die heute dem Konzertpublikum sehr bekannt sind.

Wie die „Dichterliebe“ standen auch Lieder aus den bekannten Liederzyklen „Myrten op. 25“, Schumanns Hochzeitsgeschenk an Clara, und dem „Liederkreis op. 39“ und dem „Requiem für Mignon op. 98“ auf dem Programm des Auftaktkonzertes im Fürstensaal. Als Höhepunkt erklang der Zyklus „Dichterliebe“ nach der Pause am Stück.

Die meisten werden die Werke eher von männlichen Solisten wie Dietrich Fischer-Dieskau oder Thomas Quasthoff kennen. Da war es schon etwas ungewohnt, dass eine Sopranistin durch den Abend führt. Doris Hagel zeigte jedoch viel Feingefühl bei ihrer Interpretation. Ganz im Sinne der Romantik sang sie mit sehr reiner Stimme ohne große Schnörkel, Allüren und Gestik, wie man es sonst oft bei Sopranistinnen sieht und hört. Allerdings hatte die Weilburger Kantorin mit der Akustik des Fürstensaales zu kämpfen. So verschluckte der Raum tiefe Töne sehr schnell und ganz hohe Töne waren oftmals zu schrill. Nur dank dem Programmheft konnte man dem Text gut folgen.

Drei Mal wurde das Liederprogramm von instrumentalen Werken Schumanns unterbrochen. Nazahr Kozhukhar spielte die beiden 1851 entstandenen Werke „Märchenbilder op. 113“ für Klavier und Viola und die Sonate für Violine und Klavier op. 121. Der gebürtige Moskauer begeisterte mit seinem Spiel sowohl auf der Geige als auch auf der Bratsche. Sein flinkes Spiel gepaart mit einer scheinbar leichten Bogenführung war wirklich bewundernswert. Dmitri Subow, der auch Doris Hagel begleitete, war für Kozhukhar ein ebenbürtiger Partner. Gerade bei den „Märchenbildern“ war dies gut zu hören. So lieferten sich beide Instrumente im dritten Satz beinahe ein Wettrennen und machten so dem als „rasch“ betitelten Stück alle Ehre. Im vierten Satz verlief das Zusammenspiel dagegen sehr harmonisch, so dass das romantische Ich Robert Schumanns wundervoll zur Geltung kam.

Nach über zwei Stunden Programm bedankte sich die Weilburgerin Doris Hagel mit „Am leuchtenden Sommermorgen“ bei ihrem Publikum.

von Mareike Bader

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