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Auf der Jagd nach dem Ohrwurm

Musiktheater Auf der Jagd nach dem Ohrwurm

Eine ungewöhnliche Schlossführung bekamen die Besucher des Musiktheaterstücks „Das Schlossgespenst hat Ohrwürmer“ gestern Nachmittag - ein bisschen gruselig, ein bisschen verzaubert und sehr musikalisch.

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Jana Degenbrodt ist das uralte Gespenst Elsbeth– mit ihrer lebhaften Art schuf sie direkten Kontakt zum Publikum und nutzte Musik und Gesang ganz natürlich als Element der Geschichte.Foto: Heike Döhn

Marburg. Das Stück bildete den Auftakt der ersten Marburger Schlossfestspiele, die der Verein musica europa und das Kulturzentrum Waggonhalle gemeinsam veranstalten. Ziel ist es, das Landgrafenschloss musikalisch zu bespielen - und dabei auch Kindern etwas zu bieten.

„Das Schlossgespenst hat Ohrwürmer“ ist geeignet für Kinder ab fünf Jahren, und diese Klientel war bei der Premiere auch gut vertreten. Große Augen gab es gleich zu Beginn als sich Spukfinder Manfred Brückner vorstellte und das Publikum gleich darauf unter die Erde führte - und davor warnte, die dort lebenden Gespenster zu füttern.

Hinunter in die Kasematten führte der Weg, und dort begegnete man der Klarinette spielenden Fledermaus Lotta von Flatter (Maren Plagmann) und Elsbeth, dem uralten Schlossgespenst. Das trällerte fortwährend eine Melodie, die es einfach nicht aus dem Kopf bekam, einen richtigen Ohrwurm eben. Und während es erzählend und singend, begleitet von Lottas Querflöte, Erinnerungen an sein Leben im Schloss zum besten gab, kam dieser Ohrwurm immer wieder zum Vorschein.

Selbst im Hexenturm, wohin das Gespenst seine Gäste ebenfalls führte, um von der angeblichen Hexe Katharina zu erzählen, die dort einst schmachtete, aber natürlich von Elsbeth gerettet wurde. Einen kleinen Eindruck davon, wie sich einst die Delinquenten gefühlt haben könnten, bekam man, als das Licht für eine Weile gelöscht wurde.

Dann aber ging es zum eigentlichen Ziel, in die Praxis des Dr. Ohrwurm. Der entpuppte sich als Zauberer Juno, bekannt aus dem Marburger ZAC Varieté. Natürlich setzte er bei seinen unorthodoxen Behandlungsmethoden eine Menge Zauberei ein und wusste: „Ohrwürmer sitzen im Kopf und verursachen Musik.“ Und Elsbeths Ohrwurm, den brachte er schließlich leibhaftig ans Licht.

Verkörpert wurde er von Alexander Conc, der mehr als jeder andere dafür prädestiniert war: Er hat die Musik zu dieser hübschen Geschichte geschrieben und mit dem Lied „Zrejlo je zito“ den Besuchern einen echten Ohrwurm verpasst.

Das Libretto zum „Schlossgespenst“ stammt von Kerstin Weiss und Enke Eisenberg, letztere hat auch Regie geführt. Geschaffen haben sie eine amüsante kleine Geschichte mit viel Humor, die die Kinder einerseits mitnimmt in die Geschichte des Schlosses und andererseits auch ein wenig in die Welt der Musik zieht, ohne sie zu überfordern. Immer wieder wechselt Jana Degenbrodt als lebhaft-sympathisches Gespenst zwischen Gesang und gesprochenem Text- und verkörpert die quirlige Elsbeth offenbar so überzeugend, dass die jüngeren ins Grübeln kommen: „Ist sie wirklich viele hundert Jahre alt?“, fragt ein Junge flüsternd.

„Das Schlossgespenst hat Ohrwürmer“ ist heute und morgen jeweils ab 10 Uhr, 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16.30 Uhr zu sehen. Startpunkt ist der Schaukasten am Parkplatz neben dem Schloss.

Von Heike Döhn

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