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Auf den Spuren des Widerstands

Premiere von "Vorabend" Auf den Spuren des Widerstands

Mit dem Stück „Vorabend“ spürt das Marburger Theater GegenStand Ursachen und Auslösern für politischen Widerstand nach. Am Montag, 13. August, ist Premiere.

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Student Franz (Andreas Krieg) trifft am „Vorabend“ der Revolution seine Fraundin Lisbeth (Mareike Kempf).Foto: GegenStand

Marburg. Es ist das Jahr 1848. Ein Student bricht auf nach Baden. Dort, hat er gehört, werden Revolutionäre gebraucht, die den Adel, die kleingeistigen Fürsten in die Schranken weisen sollen. Warum wagt der Marburger Student diesen Schritt in den Widerstand? Und warum schlagen Occupy-Aktivisten der Gegenwart in New York oder Frankfurt Zelte vor einer Bank auf und campieren dort? Was bringt einen Menschen dazu, politisch aktiv zu werden? Diese Fragen haben sich Stefan Blix und Willi Schmidt gestellt und gemeinsam „Vorabend“ inszeniert.

Herausgekommen ist ein mobiles Theaterstück, das Vergangenheit und Gegenwart verknüpft auf der Suche nach Antworten: Warum Widerstand?

„Vorabend“ ist die diesjährige Sommerstück von Theater GegenStand - und wie die Vorgänger „Moby Dick“ oder Odyssee“ eine sehr aufwändige Produktion: 34 Männer und Frauen vor und hinter den Kulissen der Marburger Oberstadt bringen dem Publikum die ungewöhnliche Geschichte an ungewöhnlichen Spielorten nahe: Vom Schloss zieht der Student auf dem Weg zur Revolution an seinem letzten Abend mit maximal 20 Zuschauern los, trifft in der Wolfsburg, im Kerner und an anderen Spielorten auf Studenten, Tratschweiber, Polizisten, Spielmänner, Spieß- und Wutbürger und auf Polizisten. Aufgrund des Weges durch die Oberstadt ist von hochhackigen Schuhen wohl abzuraten.

Ungewöhnlich ist auch der Ablauf eines Theaterabends: Im Abstand von 30 Minuten ziehen die Besuchergruppen los, die die Inszenierung parallel verfolgen. Geführt werden sie von drei Studenten, drei Individuen mit jeweils unterschiedlichen Zugängen zum Thema.

Jeder entscheidet an seinem letzten Abend in Marburg für sich, ob er Revolutionär wird oder nicht. Jede Gruppe erlebe also ein in Nuancen anderes Stück, das für alle im Kerner der Pfarrkirche ende, erklärt Stefan Blix.

„Wir suchen immer wieder außergewöhnliche Spielstätten für unsere Stücke“, sagt Inga Blix von Theater GegenStand.

Mit Willi Schmidt hat das Team einen erfahrenen Regisseur gewonnen, der ein Faible für historische Themen hat. Allerdings ist „Vorabend“ kein historisches Stück, obwohl die Darsteller in historischen Kostümen agieren. „Wir haben vielmehr viele kleine persönliche Geschichten, die wir gemeinsam mit den Darstellern erarbeitet haben, in einen politischen Kontext gesetzt“, sagt Schmidt.

So treffen die Besucher auch auf bekannte ehemalige Marburger Professoren: Michail Lomonossow (18. Jahrhundert), Silvester Jordan (19. Jahrhundert) und Hannah Ahrendt (20. Jahrhundert) diskutieren genauso über Obrigkeit und Widerstand wie Marktfrauen des 19. Jahrhunderts, eine Lehrerin des 20. Jahrhunderts oder eine Marburg-Touristin des 21. Jahrhunderts.

Premiere hat „Vorabend“ am Montag, 13. August, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am Montag um 20 und 20.30 Uhr. Die Aufführungen dauern rund 100 Minuten.Weitere Termine sind vom 15. bis 19. August jeweils um 19.30, 20 und 20.30 Uhr. Startpunkt und Treffpunkt ist der Parkplatz am Schloss.Karten gibt es im Vorverkauf bei MTM am Pilgrimstein, im Rotkehlchen in der Waggonhalle oder unter www.theater-gegenstand.de.

von Uwe Badouin

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