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Marburg Arabischer Gesang zu Sambarhythmen
Marburg Arabischer Gesang zu Sambarhythmen
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18:26 20.10.2013
Nabil Boudhina (rechts) sang arabische Lieder und spielte dazu auf der Oud. Neben ihm der Percussionist Sven Demandt. Foto: Birgit Preussnner
Marburg

Bei einer Reise nach Sfax im vergangenen Januar hatten Percussionist Sven Demandt, Pianist Olaf Roth und Komponist und Chorleiter Jean Kleeb den tunesischen Sänger Nabil Boudhina kennengelernt. „Wir sind direkt ins Gespräch gekommen und es hat gleich gefunkt“, erzählt Demandt.

In den drei Tagen vor dem Konzert stellten die vier Musiker ein sehr vielseitiges Programm zusammen, in dem sich die musikalische Arbeit jedes einzelnen widerspiegelte. So gab es nicht nur Lieder von Nabil Boudhina aus Tunesien zu hören, sondern auch eigene Kompositionen von Jean Kleeb oder Olaf Roth. „Das nächste Stück ist nicht in Tunis oder Sfax entstanden, sondern in Gisselberg“, kündigte Roth seine Komposition an. Sie war als musikalisches Gastgeschenk für den Sfax-Besuch entstanden. Wie bei der damaligen Aufführung improvisierte auch dieses Mal wieder Nabil Boudhina mit seiner schönen Stimme dazu. Als dann noch Sven Demandt mit rhythmischer Unterstützung hinzutrat, war die Atmosphäre des „deutsch-tunesischen Cocktails“ wie Boudhina es nannte, perfekt. Zu Beginn des Konzertes lag das Hauptaugenmerk jedoch auf Nabil Boudhina und seiner Musik. Solo begann er mit seiner Oud, einer arabischen Laute mit dickbauchigem Korpus, kurzem Hals und sechs Saiten, von denen fünf doppelchörig gespannt sind.

Leider sah man schon nach wenigen Reihen im Publikum das schöne Instrument nicht mehr. Einige Besucher wechselten auf die Seitenbank auf der linken Seite. Dann setzte Boudhina mit dem Gesang ein, der herrlich atmosphärisch in der Lutherischen Pfarrkirche nachhallte. Es kamen die anderen Instrumente hinzu, es wurde rhythmischer und schon bald wippten die ersten Füße und Köpfe zur Musik.

Verbindung von Tunesien nach Brasilien

Vor dem Lied „Vaterland“ las Boudhina die deutsche Übersetzung des Textes vor. „Aber ich werde auf Arabisch singen“, kündigte er an. Nabil Boudhina spricht Deutsch, er hat vier Jahre lang Deutsch gelernt, seine Frau ist Halbdeutsche. Die Übersetzungen seiner Texte stammten von seiner deutschen Schwiegermutter. Er wolle an diesem Abend die tunesische Kultur und Musik weitergeben, so Boudhina.

Eine Verbindung von Tunesien nach Brasilien schaffte der brasilianische Chorleiter Jean Kleeb. Beim Besuch in Sfax bekam Nabil Boudhina eine CD von Jean Kleeb geschenkt und schrieb daraufhin zu den beiden Liedern „Freiheit“ und „Hoffnung“ einen arabischen Text. Obwohl Boudhina den Namen des Liedes „Hoffnung“ nicht kannte, handelt sein Text von seiner Hoffnung von einer besseren Welt.

Auch bei einer Samba, die Kleeb seit seiner Kindheit kannte, oder dem bekannten „Mas Que Nada“ als Zugabe funktionierte die Verbindung der Kulturen wunderbar.

Das Publikum bedankte sich für einen tollen Abend mit vier Zugaben, eine davon mit Khaless Faleh an der Oud, mit stehenden Ovationen und langem, lautem Applaus.von Mareike Bader

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