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Starautor plant Serie mit Anke Engelke

Andreas Steinhöfel Starautor plant Serie mit Anke Engelke

Der Biedenkopfer Andreas Steinhöfel ist einer der erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Am Mittwoch stellte er im KFZ seinen neuen „Rico und Oskar“-Roman vor.

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Gut gelaunt präsentierte sich Andreas Steinhöfel im KFZ, wo er nach der Lesung geduldig Bücher signierte.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Volles Haus im KFZ: Kinder, Mütter, Väter, Großmütter, Großväter und sogar einige Teenager warten auf Andreas Steinhöfel. Der ist ­gekommen, um auf Einladung der Marburger Buchhandlung Lese­zeichen mit viel Charme und Witz seinen neuen Roman „Rico, Oskar und das 
Vomhimmelhoch“ vorzustellen. Der Roman ist schon jetzt ein Best­seller – die Startauflage von 40.000 Exemplaren war in Windeseile verkauft, inzwischen wird die 6. Auflage gedruckt.

Das Buch hätte es eigentlich gar nicht mehr geben sollen, Steinhöfel wollte die „Rico und Oskar“-Reihe, die in seinem alten Kreuzberger Kiez spielt, ursprünglich nach drei Bänden abschließen.

Eigentlich. „Braucht er Geld?“, nahm er Publikumsfragen nach dem Grund vorweg. Eigentlich nicht. Steinhöfel ist einer der wenigen deutschen Schriftsteller, die sehr gut vom Schreiben leben können. Während sich viele Kollegen mit Lesungen über Wasser halten, sind seine Lesungen in der Regel Benefizveranstaltungen. Dies gilt auch für die Lesung im KFZ. „Das Geld wird komplett gespendet“, sagte er vor den 300 Besuchern.

TV-Filme und neue „Rico und Oskar“-Abenteuer

23 Bücher hat er bisher veröffentlicht – Romane für Jugendliche wie „Die Mitte der Welt“, der Schullektüre ist, Bilderbücher wie „Glücksstadt“ und Kinderromane. Sie alle verkaufen sich wie geschnitten Brot.

Dies gilt ganz besonders für seine „Rico und Oskar“-Reihe, deren erste drei Bände ebenso fürs Kino verfilmt wurden wie „Die Mitte der Welt“. Daneben hat der studierte Anglist und Medienwissenschaftler bislang mehr als 40 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

Für die Zukunft hat er jede Menge Pläne. Sein Debütroman „Dirk und ich“ aus dem Jahr 1991 ist neu aufgelegt worden. Er will ihn verfilmen. Mit Anke Engelke. Erste Gespräche habe es bereits gegeben, das Film‑script gehe in diesen Tagen an die Komikerin raus. „Wir denken an eine achtteilige TV-Serie“, sagte Steinhöfel. Er will sie aber, wenn irgend möglich, privat finanzieren. „Wenn man das über das ZDF oder den ,armen‘ WDR macht, liegt das Projekt erst einmal eineinhalb Jahre in irgendeiner Programmfindungskommission“, vermutet der Autor. Wohl aus Erfahrung.

Woher Steinhöfel die Zeit nimmt für seine vielen Projekte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Längst hat er eine eigene Produktionsfirma: „sad Origami“. Ursprünglich gegründet, um Rico und Oskar als kleine Animationsfilme für den Kinderkanal aufzubereiten, hat er mit seinem Partner Klaus Döring auch die Realfilmserie „Dschermani“ produziert.

Neuer Titel: „Rico, Oskar und die Gang“

Zurück zu „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ und der wunderbar chaotischen Weihnacht: In dem Roman tauchen neue Figuren auf, die er für die Kika-Serie erfunden hat. Steinhöfel spricht sie im KFZ trotz ­einer starken Erkältung mit großem schauspielerischem Talent. Immer wieder gibt es Lacher, wenn er den Macho-Türken-
Slang sprachlich imitiert, den dumpfen Hausmeister oder oberkluge Jungs und Mädchen.

Diese Kinder sind auch Schuld daran, dass er einen weiteren „Rico und Oskar“-Roman plant. Beifall aus dem Publikum. „Ja, so hat der Verlag auch reagiert“, entgegnet Steinhöfel.

„Rico, Oskar und die Gang“ soll er heißen. Und weil Steinhöfel den neuen Freunden seiner Helden den gebührenden Platz einräumen will, wird er vermutlich auch noch einen sechsten Teil schreiben. Das aber ist noch Zukunftsmusik.

Nach gut einer Stunde bester „Rico und Oskar“-Unterhaltung war Schluss. Vor dem ­Büchertisch im Foyer des KFZ bildete sich eine dichte ­Traube von Fans, die ihre Bücher signieren lassen wollten. Schon vorher hatte Steinhöfel allerdings gewarnt, er habe nicht ganz so viel Zeit wie sonst, er müsse noch zu einer Ausschusssitzung nach Bieden­kopf. Steinhöfel engagiert sich in seiner Heimatstadt auch ­politisch. Auch dafür nimmt er sich Zeit.

von Uwe Badouin

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