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Am Sonntag: Fan-Doppel für Twightlight-Fans

Kino Am Sonntag: Fan-Doppel für Twightlight-Fans

In der kommenden Woche kommt der zweite Teil der Vampirsaga „Twilight“ in die Kinos. Am Sonntag zeigt das Marburger Cineplex vorab beide Teile als „Fan-Doppel“.

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Szene aus dem neuen „Biss“-Film. Warner Bros.

Marburg. Drei Kinosäle im Cineplex sind bereits voll, berichtet Kinochefin Marion Closmann. Für OP-Leser hat sie fünf mal zwei Karten für eine Verlosung beiseite gelegt. Die Gewinner sollen gleichzeitig Test-Zuschauer sein, die wir nach dem Film, also rechtzeitig vor dem regulären Kino nach ihrem persönlichen Urteil fragen. Am kommenden Mittwoch ist „New Moon“ dann als OP-Vorpremiere zu sehen.

Die Geschichte um die Schülerin Bella, die sich in den Vampir Edward verliebt, stammt von Stephenie Meyers. Mehr als 40 Millionen Bücher gingen weltweit über den Ladentisch. Da wundert es nicht, dass die Fans in die Verfilmung des ersten Bands stürmten. Dort lernen sich die beiden kennen und lieben. Erst nach und nach erfährt Bella (Kirsten Stewart) das Geheimnis um den Vampir Edward (Robert Pattinson) und seine Familie. Bella spürt, dass Edward immer zur Stelle ist, wenn sie sich in größter Gefahr befindet. Als er das Mädchen verlässt, um sie zu schützen, geht sie immer größere Risiken ein, um den Geliebten zu sehen. Ihr langjähriger Freund Jacob Black (Taylor Lautner) steht ihr bei.

Dem Phänomen „Twilight“ widmet sich derzeit die Marburger Medienpädagogin Ramona Kahl mit einer Studie, für die sie noch weitere Teilnehmer zwischen 12 und 17 Jahren sucht. Sie will wissen, warum genau diese Vampirgeschichte einen solchen Erfolg hat. Das kann sie nur zum Teil erklären: „-Twilight- nimmt zentrale Motive und Konflikte des Lebens in neuer Weise auf.“ Doch das tun andere Bücher auch. Stephenie Meyer kombiniere die erste romantische, idealisierte Liebe zu einem sehr attraktiven Jungen, der gefährlich und gleichzeitig ein fürsorglicher Beschützer ist. Bei zu viel Nähe könnten bei ihm Triebe geweckt werden, die Bella das Leben kosten können. Bella ist eine Art Aschenputtel, die bei den Vampiren eine tolle Ersatzfamilie findet, die sie zu Hause nicht hat. Hinzu kommt eine Dreiecksbeziehung, Bella fühlt sich zu dem Vampir und auch zu dem Werwolf Jacob hingezogen.

Die Beziehung zu Edward ist eine erste Liebe, ohne die Sexualität direkt anzusprechen: Wie viel Nähe ist noch in Ordnung? „Es ist eine Metapher, die Jugendthemen ernst nimmt und in fantastischer Gestalt inszeniert“, erklärt Ramona Kahl und nimmt Bezug zu den Thesen von Hans Richard Brittnacher. Der beschrieb Vampirismus allgemein in seinem Buch „Ästhetik des Horrors“ als Spannungsfeld zwischen „Liebe, Nacht, Gewalt, Tod, Eros und Blut“. Das macht auch Twilight, allerdings in eigener Form. Es bleiben die Möglichkeiten, sich mit der sensiblen Bella und dem gefährlichen, triebhaften, erotischen und zugleich fürsorglichen Edward zu identifizieren.

Dass die Twilight-Saga trotz sprachlicher Schwächen im Buch funktioniert, ist offensichtlich. Warum sie zum Bestseller wurde und warum auch ältere Leser die Bücher verschlingen, will Ramona Kahl in den nächsten Monaten mit ihrer Langzeitstudie herausfinden.
Die Oberhessische Presse verlost für das Fan-Doppel, das am Sonntag, 22. November, um 12 Uhr im Cineplex beginnt, fünf mal zwei Karten. Wer gewinnen möchte, muss schnell sein und bis heute 15 Uhr eine Mail an kultur@op-marburg.de schicken. Bitte „Twilight Fan-Doppel“ in die Betreffzeile schreiben, Namen und Telefonnummern nicht vergessen. Wer an der Studie von Ramona Kahl teilnehmen möchte, schreibt eine Mail an kahl@staff.uni-marburg.de oder erreicht sie telefonisch unter der Nummer 06421/28-22822.

von Christine Krauskopf

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