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Marburg Am Flügel durch die Welt der Musik
Marburg Am Flügel durch die Welt der Musik
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19:51 31.08.2011
Der Hamburger Pianist Joja Wendt kommt mit seinem neuen Programm „Im Zeichen der Lyra“ in die Marburger Stadthalle. Quelle: Manfred Esser

OP: Herr Wendt, Sie kommen mit dem Programm „Im Zeichen der Lyra“ nach Marburg. Worum geht es?

Wendt: Die Lyra steht in dem Programm für Saiteninstrumente. Die Leier ist das allererste Saiteninstrument überhaupt und damit der Urahne des Konzertflügels. Und der ist für mich die Krone der Instrumente. Das Programm ist ein Streifzug durch die Geschichte der Musik, ein richtiges Familienprogramm mit viel Interaktion für Menschen von 6 bis 88 Jahren, in dem man viel über Musik erfährt. Es soll aber in erster Linie richtig gut unterhalten. Ich erzähle viel über die Stücke und der Held des Abends ist der Konzertflügel.

OP: Bei Ihnen muss es ein Steinway sein?

Wendt: Ich bin Steinway-Artist, Steinway-Flügel sind die besten. Ich habe zwei zu Hause, nicht ich habe sie, sondern die haben mich gefunden.

OP: Sie spielen in ihrem Programm auch den uralten Saikilos-Epitaph, die erste Notenschrift aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Wie kann man ihn beschreiben?

Wendt: Das ist eine Melodie mit Macht, die hat was. Wenn man weiß, dass der Epitaph der Anfang der abendländischen Musik ist, dann ist das sehr erhebend.

OP: Wie lang ist das Lied?

Wendt: Etwa vier Minuten.

OP: In der Rahmengeschichte Ihres Programms verliert ein Kind die Lust am Klavierspielen, weil es immer wieder die gleichen Noten üben muss. Wie führt man Kinder an Musik heran?

Wendt: Das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe die Musik spielerisch gelernt, Musik war bei uns ein Teil des Familienlebens. Ich wurde niemals gezwungen, das war das große Glück.

OP: Sie sind ein Jazz-Pianist. Welche Musik hören Sie bei sich zu Hause?

Wendt: Das ist auf jeden Fall jazz-verwandte Musik. Ich bin groß geworden mit den East-Coast-Jazzern. Ich höre aber auch gern gute Popmusik mit einer intelligenten Melodik. Und Klassik, das ist ein Teil meines Lebens, ich komme aus einer musikalischen Familie.

OP: Wenn Sie den Namen Joe Cocker hören, was fällt ihnen spontan dazu ein.

Wendt: Joe Cocker ist ein ganz erdiger-ehrlicher Blues-Musiker, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Er hat mich spielen sehen und mir vor vielen, vielen Jahren, einem jungen Mann, der aus dem Nichts kam, auf seiner Tour ein Podium in seinem Vorprogramm geboten.

OP: Sie kommen nicht zum ersten Mal nach Marburg?

Wendt: Ich war schon einige Male dort und habe sehr gute Erinnerungen an das Publikum und die Stadt.

Das Interview führte Uwe Badouin.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten OP und bereits am Mittwochabend auf Ihrem iPad.

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