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Marburg Am Ende kullern sogar Vulkanier-Tränen
Marburg Am Ende kullern sogar Vulkanier-Tränen
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17:07 09.05.2013
Das „neue alte“ Team auf der Enterprise-Brücke: Zachary Quinto ist Spock und Chris Pine spielt Captain Kirk.Foto: Paramount Quelle: Zade Rosenthal
Marburg

Vor vier Jahren übernahm Kult-Regisseur J.J. Abrams die Verantwortung für die Kult-Serie „Star Trek“. Und der Erfolg gab ihm Recht: Auch beim nunmehr zwölften Kinofilm der legendären ­Science-Fiction-Saga saß der amerikanische Regisseur wieder am Steuer. Nicht ohne zuvor sein bewährtes Darsteller-Ensemble zusammenzutrommeln: Chris Pine darf erneut als Captain Kirk auftreten, Zachary Quinto als Erster Offizier Spock, Zoë Saldana spielt Lieutenant Uhura, Simon Pegg Chefingenieur „Scotty“, Karl Urban Schiffsarzt „Pille“ und Anton Yelchin den quirligen Russen Chekov. Als Wissenschaftsoffizier erstmals mit dabei ist die attraktive Britin Alice Eve.

Viel Stress und Aufregung für Captain James Tiberius Kirk gibt es gleich im ersten Drittel des mehr als zweistündigen Films: Erst droht Freund und Kollege Spock inmitten eines Lava spuckenden Vulkans sein Leben zu lassen, wenig später muss die Enterprise zur Erde zurück, wo ein Terrorist nicht nur ganz London erschüttert, sondern auch noch Kirks väterlichen Mentor, Admiral Pike, ermordet.

Kirks neuer Gegenspieler – mit beeindruckender Präsenz verkörpert vom britischen Darsteller Benedict Cumberbatch – stammt aus den Reihen der ­Sternenflotte, gehörte einst zu deren Top-Agenten. Nun befindet sich dieser, mit übermenschlichen Kräften ausgestattete ­Terrorist auf einem Rachefeldzug. Vor der Crew des Starship ­Enterprise versteckt er sich auf Kronos, dem unwirtlichen Planeten der aggressiven Klingonen. Die Frauen und Männer der Enterprise begeben sich auf eine atemberaubende, nicht eben einfache Verbrecherjagd.

Besonderes Augenmerk legen Abrams und das Drehbuchteam diesmal auf die Freundschaft zwischen Kirk und Spock. Was für einige rührende Szenen sorgt. Zu Beginn schon spürt man die enge Beziehung zwischen dem vermeintlich so rationalen Halb-Vulkanier Spock und dem heißblütigen, bisweilen zu Eruptionen neigenden Captain Kirk. Dieser muss sich entscheiden: Rettet er seinen Freund aus dem brodelnden Vulkan oder hält er sich an die strengen Vorschriften der Sternenflotte?

Beim ersten „Star Trek“ von J.J. Abrams 2009 war man noch überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit Chris Pine und Zachary Quinto in die Kult-Rollen schlüpften. Nun füllen sie diese vollends aus. Und es macht einfach Spaß, dabei zuzuschauen, wie sich beide mit viel Humor die Bälle zuspielen. Und am Ende, da kullern sogar ein paar Vulkanier-Tränen.

Erstmals kann man die Offiziere der U.S.S. Enterprise in 3D sehen. Was dem Film jedoch weder besonders viel an räumlicher noch freilich an inhaltlicher Tiefe hinzuzufügen vermag. Schauwerte aber hält „Into Darkness“ sehr wohl parat, wobei vor allem die Eingangssequenz fasziniert, in der uns Abrams auf den in ein wunderbar knalliges Rot getauchten Vulkanplaneten Nibiru entführt. Allein für die Konzeption und Gestaltung der Eingeborenen des Planeten sollen die Filmemacher Monate verwendet haben. Eine Anstrengung, die sich jetzt auszahlt.

J.J. Abrams jedenfalls unterstreicht auch mit seinem zweiten „Star Trek“, dass er sich auf intelligente, humorvolle und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Action versteht. Derweil viele seiner Fans in Gedanken wohl schon einen Schritt weiter sind: Abrams, das ist seit Anfang des Jahres bekannt, soll auch das nächste „Star Wars“-Werk inszenieren, das für 2015 angekündigt ist. „Star Trek“ und „Star Wars“: Damit dürfte der 46-jährige Regisseur, der auch eine legendäre TV-Serie wie „Lost“ in seinem Portfolio hat, wohl endgültig zu Hollywoods Science-Fiction-König avancieren.

von Matthias von Viereck

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