Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Alex Capus macht Zeitgeschichte spannend
Marburg Alex Capus macht Zeitgeschichte spannend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:13 03.11.2014
Bestsellerautor Alex Capus las im TTZ.Foto: Schwarzwäller
Marburg

Da liegt man nach getaner Recherchearbeit an einem Strand auf Samoa, liest und was passiert? Man stolpert über eine kleine Notiz und damit mitten hinein ins nächste Buchprojekt. So ist es Alex Capus vor fast zehn Jahren ergangen, nachdem er auf den Spuren von Robert Louis Stevenson unterwegs gewesen war. In einer Fachzeitschrift stieß er auf den britischen Kolonialoffizier Geoffrey Spicer Simson und über ihn auf die Geschichte der „Götzen“, die er in „Eine Frage der Zeit“ erzählt.

Die „Götzen“ war ein Dampfschiff, das 1913 auf Befehl von Kaiser Wilhelm in der Meyer-Werft in Papenburg gebaut wurde und das „in Afrika sein Unwesen getrieben hat“, wie Capus sagt. Der Autor und Journalist, der in Frankreich geboren wurde, in Basel studiert hat und heute im schweizerischen Ölten lebt, lässt seine Leser mit Schiffbaumeister Anton Rüter, Handwerksbursche Hermann Wendt und Nieter Rudolf Tellmann nach Afrika reisen. Die drei Werftarbeiter hatten die Aufgabe, die Kisten zu begleiten und die „Götzen“ am Tanganjikasee wieder zusammenzubauen.

Die äußeren Fakten und Ereignisse seien historisch akkurat, sagt Alex Capus, aber bei der Schilderung beispielsweise dessen, was der 23-jährige Hermann empfunden hat bei seiner Ankunft im fernen Afrika, da sei er natürlich Schriftsteller. Es sei etwas sehr Berührendes gewesen, in den Aufzeichnungen zu blättern, die aus dieser Zeit noch existieren und aus denen noch immer Sand riesele, nachdem sie in Afrika vergraben waren, erzählt der Autor. Wenn er mit dem Finger über das Papier fahre - „da trennt mich von meinen Helden Zeit, aber sonst gar nicht viel“. Sein Lieblingsheld in diesem Buch ist übrigens der bizarre Geoffrey Spicer Simson, verrät er.

Die rund 70 Besucher seiner Lesung im Technologie- und Tagungszentrum unterhielt Capus glänzend. Nicht nur auf dem Papier ist der Autor ein guter Erzähler. Es gibt ganz viele Geschichten rund um die Geschichte zu hören. Und jede Menge zu lachen, trotz des ernsten Hintergrunds. Als Zugabe bekommt das Publikum ein Häppchen aus seinem Buch „Mein Nachbar Urs“ serviert - wobei er fünf Nachbarn hat, die Urs heißen und einen namens Friedrich, der aus Deutschland kommt. Dabei lernen wir dann auch, während Friedrich für die Prüfung zur Einbürgerung büffelt, dass der Deutsch-Schweizer an sich eigentlich auf gar keinen Fall witzig ist.

von Nadja Schwarzwäller

Marburg 100 Jahre Erster Weltkrieg - „Mit reinen Händen wiedergekommen"

Nicht einmal einen Monat nach dem Beginn des deutschen Überfalls auf Belgien waren „Marburger Jäger“ an Massakern im wallonischen Dinant beteiligt. Die Frage nach der Verantwortung für dieses Blutbad – und damit auch: nach den Befehlswegen – ist zuallererst an die militärischen Befehlshaber zu richten. Kommandeur des Kurhessischen Jäger-Bataillons Nr. 11 war Julius Alfred Maximilian Joseph Graf von Soden aus Marburg.

30.10.2014

Wissen Sie, was ein „Saitenniederhalter“ ist? Oder warum eine E-Gitarre zwar elektrisch, aber nicht elektrisch aufgeladen ist? Das erfährt man nicht, wenn man eine E-Gitarre kauft, das lernt man nur, wenn man sie selber baut.

07.10.2014

Die belgische Kleinstadt Dinant gedenkt ihrer Opfer im Jahr 1914 und kommt mit ihren Besuchern aus Marburg ins Gespräch.

20.08.2014
Anzeige