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Adventsbotschaft in festlichem Gewand

Weihnachtsoratorium Adventsbotschaft in festlichem Gewand

„Jauchzet, frohlocket, Gott preise die Tage“: Mit diesem ersten Vers beginnt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Die Kantorei der Elisabethkirche sang am Wochenende die ersten drei Teile des Werks.

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Ein stimmungsvolles Bild: Die Elisabethkirche war bei den Auftritten der Kantorei voll besetzt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg.

In der am Samstag und Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllten Elisabethkirche sang gemeinsam die Kantorei und der Marburger Kinderchor. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger vom Barockensemble „Solamente Naturali“ auf historischen Instrumenten. Die solistischen Rezitative und Arien des Werks wurden von der Sopranistin Heike Heilmann, der Altistin Susanne Schäffer, dem Tenor Henning Kaiser und Bass Gregor Finke gesungen. Die Leitung hatte Bezirkskantor Nils Kuppe.

Ensemble und Chöre begannen das Konzert mit Bachs Kantate „Nun komm, der Heiden Advent“. Spannungsgeladen und wuchtig eröffneten sie das Werk mit der impulsiven Ouvertüre, bei der sich Bach an der modernen französischen Kompositionsform orientierte. Gefühlvoll und nur durch den Basso Continuo begleitet sang Heike Heilmann im fünften Satz von der Adventsbotschaft und erschuf mit der sanft flüsternden Arie einen überraschenden Kontrast zum nachfolgenden impulsiven Choral, der die Kantate festlich und freudenvoll beschloss.

„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“

Wahrhaftig mit Pauken und Trompeten begannen die Musikerinnen und Musiker im Anschluss mit dem ersten Teil des Weihnachtsoratoriums. Thematisiert wird in diesem Teil die Geburt Jesu Christi. Inbrünstig sang Altistin Susanne Schäffer mit den Worten „Bereite dich, Zion“ von der adventlichen Sehnsucht.

In einwandfreier Intonation beeindruckten die Solistinnen und Solisten mit den typisch barocken Verzierungen, die Bach so gerne in seinen Kompositionen verwendete. Wie Engelsstimmen nahmen die Kinder des Marburger Kinderchors im letzten Rezitativ des ersten Teils die Rolle des Solo-Soprans ein und kreierten im Duett mit der Bassstimme einen feierlichen Kontrast.

Der zweite Teil des Oratoriums handelte von der Begegnung zwischen Hirten und Engel auf dem Feld von Bethlehem. Die freudige Tenor-Arie „Frohe Hirten“ beantwortete in übersprudelnder Freude das leicht melancholisch und unheimlich angehauchte Rezitativ „Und es waren Hirten“.

„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“, sang der Chor im abschließenden dritten Teil. Auch hier brillierten die Solistinnen und Solisten mit beeindruckenden Arpeggientönen, begleitet vom altertümlichen Klang der barocken, einklappigen Traversflöte sowie dem unverkennbaren Spiel des Cembalos. Ebenso impulsiv wie er begonnen hatte endete der dritte Teil mit einem festlichen und klangvollen Chorsatz und wurde mit anhaltendem Beifall belohnt.

Bei dem anspruchsvollen Werk überzeugten mit feiner Intonation alle Sängerinnen und Sänger sowie die historisierende Aufführungspraxis des Barockensembles. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Nils Kuppe im Anschluss. „Die Solisten und das Ensemble waren großartig und auch die Chöre haben tolle Arbeit geleistet.“

von Julia Mädrich

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