Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Adam und Eva wüten im Paradies
Marburg Adam und Eva wüten im Paradies
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:13 11.05.2016
Im Gegensatz zur Schöpfungsgeschichte ist Adam im „Homo Empathicus“ nicht nackt, sondern präsentiert sich als Lebemann im feinen Zwirn. Quelle: Merit Engelke
Marburg

Rebekka Kricheldorf hat mit „Homo Empathicus“ ein sprachverrücktes Spiel über die Erfüllung aller Utopien geschrieben.

Sportives, Ernährendes, Musizierendes und Hygienespezialisiertes leben in Eintracht. Gute Ratschläge, gegenseitiges, wohlmeinendes aufeinander Aufpassen, freundliche Tipps zur Ernährung oder zur Verdauung sind an der Tagesordnung. Und jeder Hinweis wird lächelnd beherzigt.

Trennungen, Entlassungen oder Enttäuschungen wird Positives abgewonnen. Es gibt keine Gewinner und Verlierer, endlich lassen die Geschlechter ihren Jahrhunderte alten Kampf im glückseligen Neutrum aufgehen: Der Homo sapiens hat sich zum „Homo Empathicus“ weiterentwickelt.

In diese Welt voller Komplimente und ohne jeden Konflikt poltern plötzlich Adam und Eva herein: er im flotten Anzug, sie in rotem Kleid und auf High Heels. Schon optisch stechen die beiden so aus der einheitsbekleideten Masse heraus, doch das wäre wohl noch das geringste Problem.

Rauchend, saufend und streitend lassen Adam und Eva die heile Welt ins Wanken geraten. Bis die höchst empathischen Bewohnenden beschließen, dass diese „Wilden“ doch dringend beseitigt werden müssen.

13 junge Menschen im Alter von 13 bis 26 Jahren stehen beim „Empathicus“ auf der Bühne, hinter den Kulissen wirken nochmal drei junge Frauen in der Inspizienz, Assistenz und Soufflage mit. Juliane Nowak, Theaterpädagogin am Hessischen Landestheater Marburg, führt Regie.