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Marburg Absurditäten des Familienglücks
Marburg Absurditäten des Familienglücks
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18:37 11.09.2013
Florian David Fitz (links) kümmert sich als Conrad Schuster nach der Trennung seiner Eltern um seinen Vater Carl (Henry Hübchen).Foto: Constantin Film Quelle: Constantin Film Verleih
Marburg

Wenn Eltern sich trennen, ist das für die Kinder meistens ein Schock. Selbst, wenn diese Kinder schon erwachsen sind und eigenen Nachwuchs haben. So auch für Conrad, der sich in Holger Haases Kinodebüt „Da geht noch was“ auf einmal um seinen verletzten Vater kümmern muss, während seine Mutter nach 40 Ehejahren endlich selbst ihr Leben bestimmen will.

Henry Hübchen und Florian David Fitz spielen das Vater-Sohn-Gespann, bei dem es bald gewaltig kracht - Zündstoff gibt es genug, vor allem Konflikte von früher. Haase greift in seiner amüsanten Tragikomödie zwar auf das eine oder andere Klischee zurück. Dafür hat er aber ein gutes Gespür für die Absurditäten des Alltags. Treffend und mit Feingefühl analysiert er die Mechanismen, die in den meisten Familien seit langer Zeit greifen und das Leben so anstrengend machen können.

Die Idee zu dem Film hatte der Regisseur, als sich seine eigenen Eltern im Alter trennten. Als Anhäufung von Absurditäten erlebte er diese Zeit - perfekter Stoff für ein Drehbuch, wie er fand. Wichtig ist dem Regisseur vor allem die Botschaft, sich immer wieder wahrzunehmen und das Glück nicht aufzuschieben. Das macht auch sein Film deutlich. „Das Leben ist jetzt. Nicht in fünf Jahren, wenn das Haus fertig ist oder in zehn Jahren, wenn der Bausparkredit aufgelöst ist.“

Bei der OP-Sneak-Preview hätten die Leute selten so applaudiert, berichtete Nicole Kleppel vom Cineplex. „So traurig schön wie das echte Leben. Absolut sehenswert“, fand Isabell Kranz aus Bracht. Je zwei Freikarten gehen an: Lara-Martina Eicher, Hendrik Haller, Ann-Sophie Stratil (alle Marburg), Moritz Weber (Lahntal) und Henrik Barthmann (Cölbe). Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Cineplex.

Portugal, mon amour: Als die Pariser Familie Ribeiro erfährt, dass sie ein Anwesen in der alten Heimat Portugal geerbt hat, gehen die Meinungen erstmal wild durcheinander. Eigentlich kommen Vater, Mutter, Sohn und Tochter seit langem prima zurecht in Frankreich. Wenn es da nicht diese Sehnsucht gäbe. Regisseur und Drehbuchautor Ruben Alves weiß, wovon er erzählt. Er ist selbst ein Kind portugiesischer Einwanderer. Mit seinem autobiografisch inspirierten Spielfilmdebüt ist ihm eine herrlich leichte Sommerkomödie gelungen.

Alves spielt lustvoll mit den Klischees, die die Franzosen unterschiedlicher Herkunft im multikulturellen Paris pflegen. Der französische Originaltitel „Der goldene Käfig“ trifft das Dilemma der Familie noch besser. Bevor sie sich darüber klar werden, ob sie ihren goldenen Käfig wirklich für immer verlassen wollen, proben die Ribeiros erstmal den Aufstand im Kleinen und unterlaufen mit urkomischsten Mitteln die Erwartungen ihrer Freunde und Chefs.

Der Film läuft im Filmkunsttheater Kammer.

von Cordula Dieckmann und Elke Vogel

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