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Abschiedsfeier mit Träne im Knopfloch

Letzte Vernissage im Marburger Arbeitsgericht Abschiedsfeier mit Träne im Knopfloch

„Eine tolle Leich" nannte Hans Gottlob Rühle augenzwinkernd die letzte Vernissage im Marburger Arbeitsgericht. Zu Grabe getragen wurde ein Ausstellungsort für überwiegend regionale Künstler.

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Hans Gottlob Rühle freute sich über die Harald Häuser extra für die Abschiedsausstellung geschaffene Installation eines Rühle nachempfundenen Kunstsammlers. Brechend voll war es bei der letzten Vernissage im Arbeitsgericht.

Quelle: Hofstetter/Döhn

Marburg. Es war bereits der zweite Teil der Abschiedsfestivitäten, und wieder reichten die 150 Stühle im Sitzungssaal nicht aus, um all denen Platz zu bieten, die Rühle und dem Arbeitsgericht ihre Reverenz erweisen wollten, bevor das Arbeitsgericht zum Ende des Jahres geschlossen wird.

In den Fluren im Arbeitsgericht konnten die Besucher noch einmal die Fülle von Stilrichtungen erleben, die im Laufe von fast 25 Jahren dort in 95 Ausstellungen zu sehen waren. Gegenständliches und Abstraktes, Farborgien und Reduziertes, Skulptur, Zeichnung, Radierung, Ölgemälde – es ist eine sehr bunte Schau, die da zu sehen ist.

Manche Künstler hatten extra für die Abschiedsausstellung eine Hommage geschaffen: Harald Häuser eine malerische Installation, die den von Kunst gänzlich durchdrungenen Kunstsammler Rühle symbolisiert, Erhard Jakobus Klonk eine Tuschezeichnung, in der das Arbeitsgericht unter drohendem Schwarz verschwindet – in der Mitte aber schimmert Blattgold – vielleicht Symbol für all das Wertvolle, das an diesem eigentlich so nüchternen Ort für die Kunst geschehen ist.

Fast 100 Künstler haben im Laufe der Jahre ihre Arbeiten im Arbeitsgericht gezeigt, Gruppenausstellungen nicht eingeschlossen. 35 von ihnen präsentieren sich im zweiten Teil der Abschiedsausstellung, 25 waren es beim ersten Teil.

von Heike Döhn

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