Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg 75. Geburtstag mit einer Lesung gefeiert
Marburg 75. Geburtstag mit einer Lesung gefeiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:44 06.04.2017
Der Marburger Theologe Gerhard Marcel Martin während seiner Lesung im Café Vetter. Quelle: Nadja Schwarzwäller
Marburg

Andere bekommen zu ihrem 75. Geburtstag vielleicht eine große Feier, ein Ständchen oder eine besondere Torte – Gerhard Marcel Martin bekam eine Lesung. Der Theologe präsentierte Literarisches aus seiner Feder bei „Literatur um elf“ im Café Vetter.

Das größte Geschenk – „das ist, dass Sie und ihr heute hier seid“, bedankte sich Gerhard Marcel Martin bei den 50 Gästen. Auch wenn er es als Theologe und Professor gewohnt ist, Vorlesungen zu halten und zu predigen – eine literarische Lesung war eine Premiere für ihn. Die er „mit ein bisschen Schüchternheit, aber auch Neugierde“ anging, wie er erklärte. „Lebens- und Schreiblinien“ wollte er präsentieren. Und sich damit von einer anderen Seite zeigen, wie Ludwig Legge von der Neuen Literarischen Gesellschaft ankündigte.

Eine kurze Würdigung von Martin als Theologe übernahm Professor Horst Schwebel. Es sei ungewöhnlich, dass Martins Interesse und Schreiben so weite Kreise umfasse und so viele Elemente zu vereinigen versuche, so Schwebel.

Martin begann die Lesung mit einem Gedicht aus seiner Studentenzeit mit dem Titel „Kreuzgang“. Ein Text aus den 1970er-Jahren über „Vogelmenschen“ war ebenso vertreten wie eine Gesprächsnotiz während eines Filmprojekts auf Mallorca, Reiseskizzen, zum Beispiel vom Fischmarkt in Helsinki und Haikus aus dem Uniklinikum.

Der Titel der Lesung „Was brennt denn da“ geht zurück auf einen Artikel, den Gerhard Marcel Martin für das Satire-Magazin „Pardon“ verfasst hat. Dessen Chefredakteur hatte angefragt, ob er nicht etwas schreiben wolle, erzählte Martin. Die Antwort auf die fiktive Buchbesprechung lautete, man wolle sich zunächst das Buch aus New York kommen lassen, bevor man entscheide, sie zu bringen. „Ob das ein satirischer Akt war, ist mir bis heute nicht klar“, so Martin.

von Nadja Schwarzwäller

Anzeige