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Marburg 40 neue Stühle für das Theaterfoyer
Marburg 40 neue Stühle für das Theaterfoyer
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15:00 07.06.2013
Marburg

. Es gilt allerhand zu improvisieren beim Hessischen Landestheater Marburg. Wegen des Umbaus der Stadthalle muss das Theater zwei Jahre lang auf andere Spielstätten ausweichen - in die Lutherische Pfarrkirche und in die Galleria Classica, ein ehemaliges Autohaus in der Schwanallee, Dort sollen ab September Vorstellungen für bis zu 199 Personen stattfinden, und die wollen vor der Vorführung ja vielleicht noch etwas trinken und womöglich sogar dabei sitzen.

Damit sie das nicht auf dem Boden tun müssen, hatte das Theater angesichts seiner knappen Mittel einen Spendenaufruf gestartet und die Marburger gebeten, alte Sitzmöbel zu spenden. Diesen Aufruf in der OP las auch Edwin Knorz, Unternehmensgründer und Geschäftsführer von Knorz Bürosysteme GmbH mit Sitz in Wetzlar.

Knorz arbeitet seit Jahren in Marburg und Umgebung, stattet hier Verwaltungen ebenso aus wie Kirchen oder Krankenhäuser und sieht Marburg deshalb als seinen „zweiten Wohnsitz“ an. Deshalb entschloss er sich 40 Sitzmöbel, die bisher als Ausstellungsstücke gedient haben und die einen Wert von 5000 Euro haben, zu spenden. Das Schöne: Keiner der Designerstühle ist doppelt vorhanden, die Besucher haben die Qual der Wahl, so dass es unter Umständen zu Szenen im Stil der „Reise nach Jerusalem“ kommen könnte.

Zusammen mit einigen Stühlen, die von Privatleuten gespendet wurden machen die 40 Stühle die Foyerbestuhlung komplett. Genutzt werden soll sie auch bei kleineren Veranstaltungen wie Lesungen oder Performances, die auch im unteren Raum des Gebäudes stattfinden. Intendant Matthias Faltz ist von der edlen Anmutung und der bunten Vielfalt begeistert: „Wir haben es uns lebendig vorgestellt, und genauso ist es geworden.“

Nachdem die Bestuhlung des Foyers nun gesichert ist, bleibt dem Theater-Team dennoch jede Menge zu tun: Im Obergeschoss gilt es, den angehenden Theatersaal so auszugestalten, dass er eine ansprechende Akustik bekommt, es müssen Raumkonzepte überlegt werden - speziell auch für den Publikumshit „Blues Brothers“, der bisher in der Stadthalle zu sehen war und der nun in der Galleria Classica laufen soll.

Faltz sieht all dies aber nicht vorrangig als Belastung, sondern auch als Chance: „Wenn man ein paarmal in einem Theaterraum gesessen hat, kann er einen nicht mehr überraschen. Hier haben wir die Möglichkeit, das Publikum einmal mehr neugierig zu machen.“

Von Heike Döhn

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