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Marburg 18 Monate Haft für Mehrfachstraftäterin
Marburg 18 Monate Haft für Mehrfachstraftäterin
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00:17 07.11.2018
Symbolbild: Der Fall wurde in Marburg verhandelt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auch den Verstößen gegen das Strafrecht sollte so Rechnung getragen werden. Bereits fünf Mal stand die ­Angeklagte vor einem Jugendgericht und wurde dabei drei Mal verurteilt. Den Auflagen der jeweiligen Geld- und Bewährungsstrafen sei die Angeklagte nur unregelmäßig nachgekommen. So habe es ewig gedauert, bis die auferlegten Sozialstunden abgearbeitet worden seien, berichtete ein Mitarbeiter des Jugendamts, der die heute 21-Jährige seit Jahren betreut.

Sie sei sehr früh straffällig ­geworden. Insbesondere nach Verurteilungen sei die Rückfallquote überaus schnell, berichtete der Beamte. Ein erstes Kind, das jetzt in einer Pflegefamilie aufwächst, sei mit einem gesundheitlichen Schaden zur Welt gekommen, was auf Alkoholmissbrauch der Mutter zurückzuführen sei. Sie sei jetzt erneut schwanger, und man wisse nicht weiter, könne keine Empfehlung geben. Mal wolle sie einen Schulabschluss nachholen, mal eine Tätigkeit aufnehmen, mal aber auch gar nichts. In jedem Falle sei ihr Charakter noch kindlich und naiv.

Im aktuellen Prozess wurden der Angeklagten insgesamt zwölf Straftaten zur Last gelegt, die von schlichtem Fahren ohne Beförderungsschein, Diebstählen bei verschiedenen Drogerie- und Supermärkten bis zu einer Schadenshöhe von maximal 25 Euro bis hin zu Handydiebstählen, Einbruchsdiebstahl und Nötigung zu einer Straftat, reichte.

Geständnis in zehn von zwölf Anklagepunkten

Mehrere Zeugen sagten aus, wobei nach teilweise über eineinhalb Jahren Abstand zur Straftat schon mal die Aussagen unpräzise blieben.
Positiv wurde angerechnet, dass die Angeklagte in zehn der zwölf Straftaten die Vorwürfe­ einräumte, wobei ihre Geschichten zu den einzelnen Taten immer auch etwas Entschuldigendes enthielten.

Obwohl die Anklage des Einbruchsdiebstahls mangels Beweisen entfiel, blieb es bei der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe von eineinhalb Jahren Haft, die Pflichtverteidigerin Ulrike Ristau gerne zur Bewährung ausgesetzt gesehen hätte.
Das neue Kind könne dann in einem Mutter-Kind-Bereich unter geordneten Verhältnissen seinen Start ins Leben beginnen, sagte Richter Dirk-Uwe Schauß bei der Urteilsverkündung.

von Heinz-Dieter Henkel