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Marburg Suppenfest: Aromatische Vielfalt in 24 Töpfen
Marburg Suppenfest: Aromatische Vielfalt in 24 Töpfen
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19:26 26.02.2018
Rund 500 Besucher ließen sich die Suppen im Foyer der Richtsberg-Gesamtschule schmecken. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Das Foyer der Richtsberg-Gesamtschule hat sich am Samstag in ein exotisches Sammelsurium der aromatischen Vielfalt verwandelt – es gab kaum eine Gemüseart, ein Kraut oder Würze, die nicht in mindestens einem der 24 Suppentöpfe zu finden waren.

Bereits zum 13. Mal fand das Internationale Suppenfest statt, das die Menschen nicht nur kulinarisch miteinander verbinden will. Erfahrene Suppenköche mit ganz unterschiedlichem kulturellen Hintergrund kredenzten Suppen aus verschiedenen Ländern und setzten dabei, passend zu aktuellen Ernährungstrends und Wetterlagen, auf vegane, regionale und besonders gesundheitsfördernde Zutaten.

Ein echter Hingucker war etwa die knallige Rote-Beete-Suppe des Vereins Solawi (Solidarische Landwirtschaft). „Uns ist Bioqualität und das Regionale und Saisonale wichtig, das mögen auch die Besucher, ihnen scheint es zu schmecken“, freute sich Alexandra Darabos. Die gesunde Vielfalt kam gerade an diesem frostigen Wintertag zur Grippesaison gut an bei den Gästen. „Jetzt wo es so kalt ist, passt das besonders gut – ein tolles Fest mit großer Vielfalt“, lobte Besucherin Claudia Schleich das schmackhafte Event.

Zwischen vielen hessischen Spezialitäten, klassischer Hühner- und Gemüsesuppe, fanden sich unter anderem saisonale Schmankerl rund um Wurzeln, Rüben oder Linsen aller Art. Der kulinarischen Vielfalt waren keine Grenzen gesetzt, neben Mandelsuppe mit Vanille-Chili fanden sich Kürbissuppen, Karotten-Kartoffel-Hühnersuppen oder eine Pho-Gemüsesuppe.

„Es gibt hier ein sehr vielfältiges Flair, jeder Mensch, jede Kultur isst gerne und hat ihr besonderes Lieblingsessen“, befand Menna Fönders, die mit Ehemann Jan und dem kleinen Sohn Jan schon Stammgast auf dem Suppenfest ist. Die kleine Familie ist ebenso international aufgestellt wie das Fest – sie ist Ägypterin, er Deutscher. „Wir sind ein internationales Pärchen und passen prima auf das Suppenfest“, erzählten die Eltern lachend.

Was die würzige Vielfalt im Suppentopf angeht, hatte der Orient die Nase vorn. Darunter war eine würzige Hokkaido-Suppe mit Süßkartoffeln, Kokosmilch, Orangensaft, Ingwer und Koriander, die ein exotisches Flair aus 1001 Nacht versprühte. „Ein echter Seelenwärmer – wir haben mit Phantasie gekocht“, erzählte Jenny Breuer von der Evangelischen Kirche am Richtsberg.

Ein echter Renner auf dem Fest war auch die „Kubbe El Hammedd“ vom Mädchentreff des islamischen Kulturvereins „Hadara“, eine Suppe aus Palästina mit Bulgur, Schalgam, Mangold, Kichererbsen und Curry, welche die Geschmacksnerven herausforderte. Das würzige Potpourri traf vollends den Geschmack der Fachjury, die der Suppe den Jurypreis verlieh.

Den Publikumspreis der Erwachsenen räumte das Projekt „Gemeinsam in Marburg“ vom Verein „Vielfalt Marburg“ ab, der eine ägyptische Linsensuppe mit Karotten, Knoblauch und Chili anbot. Das Team hatte sich nicht nur beim Kochen, sondern auch beim Dekorieren am Stand besondere Mühe gegeben und begrüßte jeden Besucher mit einem Gruß aus roten Linsen in verschiedenen Sprachen.

Die kleinen Besucher bevorzugten eher eine fruchtige Note und kürten die irakische Tomatensuppe von Sinan Salih zum Sieger. Die Tomatensuppe mit Suppennudeln, Pfeffer, Oregano und Muskat war die allererste Suppe, die der irakische Koch mit zehn Jahren erlernte. Diese Kindheitserinnerung brachte er mit zum Suppenfest.

Alle Suppenrezepte lagen frei erhältlich aus und wurden von den Besuchern gerne mitgenommen. „Es gibt eine tolle Vielfalt, mich interessiert vor allem die Mandelsuppe – die ist mal was völlig anderes, die werde ich nachkochen“, freute sich Angelika Roling.

Besonders professionell bei der Suppenverkostung gingen die Freunde Arash, Mirela und Mahcab vor, die ihre jeweilige Lieblingssuppe ganz genau dokumentierten und auf Papier festhielten. „Wir machen einen kleinen Wettbewerb daraus, das macht Spaß und so sehen wir, welche Suppen wir Zuhause kochen wollen“, erklärte Mirela.

von Ina Tannert