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Marburg Ersatzschulen erhalten 1,3 Millionen Euro
Marburg Ersatzschulen erhalten 1,3 Millionen Euro
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00:17 07.10.2018
Marburg

Die Ersatzschulen, das sind Schulen in freier Trägerschaft oder Privatschulen, erhalten als Ersatz dafür, dass sie nicht direkt Mittel aus dem KIP II Programm erhalten, einen Zuschuss in gleicher Höhe aus dem Haushalt 2019 des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Diese Ersatzfinanzierung in Höhe von 1.314.483 Euro steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Entsprechende Bescheide haben Landrätin Kirsten Fründt und Schuldezernent Marian Zachow an die Schulleitungen ausgehändigt.

Die Ersatzschulen haben keinen Rechtsanspruch auf die KIP II Mittel. Die finanziellen Mittel des Programms setzen sich aus Bundeszuschüssen und Landesdarlehen zusammen. Das Landschulheim Steinmühle erhält zum Beispiel für die Sanierung ihres­ Haupthauses Zuschüsse in ­Höhe von 284.758 Euro bei ­geschätzten Gesamtkosten von 800.000 Euro.

„Wir haben uns mit den Schulen auf dieses Verfahren verständigt, weil es unkomplizierter ist, die Schulen direkt aus Haushaltsmitteln zu finanzieren als über die komplizierten Vergaberichtlinien des KIP II Programms“, sagte Reiner Röder, Fachbereichsleiter Schul- und Gebäudemanagement. Ersatzschulen hätten je nach Maßnahme mit dem Landkreis, dem Bund und dem Land Darlehensverträge abschließen müssen. Für die Bearbeitung und Tilgung wäre der Landkreis für 30 Jahre zuständig gewesen. „Unter Umständen hätte es für ein einzelnes Projekt vier Darlehensverträge gegeben“, unterstrich Röder. Diesen verwaltungstechnischen Aufwand galt es zu vermeiden.

HINTERGRUND

Aufteilung KIP2-Mittel auf Landkreis- und Ersatzschulen

Kreiseigene Schulen: 17.500 Schüler, 8.209.657 Euro

Ersatzschulen: 2.802 Schüler, 1.314.483 Euro

  • Carl-Strehl-Schule: 179 Schüler, 83.973 Euro
  • Daniel-Cederberg-Schule: 49 Schüler, 22.987 Euro
  • Freie Waldorfschule, Marburg: 440 Schüler, 206.414 Euro
  • Landschulheim Steinmühle Marburg: 607 Schüler, 284.758 Euro
  • Montessorischule Marburg: 30 Schüler, 14.074 Euro
  • Julie-Spannagel-Schule Marburg: 79 Schüler, 37.061 Euro
  • Bettina-von-Arnim-Schule Marburg: 95 Schüler, 44.567 Euro
  • Freie Schule Marburg: 30 Schüler, 14.074 Euro
  • Stiftsschule Amöneburg: 821 Schüler, 385.150 Euro
  • Fachschule für Sozialwirtschaft, Fachrichtung Heilerziehungspflege: 193 Schüler, 90.541 Euro
  • Marburger Bildungs- und Studienzentrum: 189 Schüler, 88.664 Euro
  • Carl-Strehl-Schule, Deutsche Blindenstudienanstalt: 90 Schüler, 42.221 Euro

Landrätin Kirsten Fründt sieht in der internen Verrechnung über den Haushalt, das beste Verfahren, die Mittel zu verteilen. Den Schuldirektoren zugewandt empfahl die Landrätin: „Schauen Sie früh nach Firmen, die ihre Bauvorhaben umsetzen.“ Die gute Auftragslage im Handwerk könne zu Engpässen führen. Es sei zwar noch bis Ende 2022 Zeit, die Bauvorhaben abzuschließen, „auf die lange Bank, sollte man es aber nicht schieben“, betont Landrätin Fründt.

„Bildung heißt, dass jeder junge Mensch optimal unterstützt wird, damit er optimal das entfalten kann, was in ihm steckt“, sagt Marian Zachow. Das sei das im Landkreis gelebte Bildungsideal. Vor einem solchen Hintergrund sei aber auch klar, dass kein Schulträger und keine Schulform ein Monopol auf die beste Bildung habe, sondern in unterschiedlichen Trägerschaften und Schulformen gut gebildet werde. Insofern empfinde er den Wettbewerb verschiedener Träger um die beste Form der Lehre und Wissensvermittlung als sehr fruchtbar.

„Als Schuldezernent war für mich deswegen von Anfang klar, dass wir auch andere Schulträger unterstützen und auch Zuschüsse an die Schulen in freier und kirchlicher Trägerschaft weiterleiten“.