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„Zeitung und Ausbildung in Hessen“

Zeitung als Grundlage für Meinungsbildung

Mehr als 150 Auszubildende aus ganz Hessen haben ihre Tageszeitung schätzen gelernt. Und sie 
haben davon profitiert – mit einem größeren 
Allgemeinwissen.
Professor Gregor Daschmann stellte Studienergebnisse vor: Jugendliche, die Zeitung lesen, haben ein höheres Allgemeinwissen. Foto: Thomas Wißner

Professor Gregor Daschmann stellte Studienergebnisse vor: Jugendliche, die Zeitung lesen, haben ein höheres Allgemeinwissen.

© Thomas Wißner

Gießen. Es war zum Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr, als in den Sozialen Medien das Gerücht die Runde machte, ein Flüchtling habe wiederholt in Gießener Stadtbussen junge Frauen belästigt.

„Tausendfach wurde es online geklickt und verbreitet“, erinnerte sich Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Doch letztlich habe sich das Gerücht als „infame Lüge“ und „Stimmungsmache“ herausgestellt. Was erst durch Recherchen von Journalisten ans Licht kam.

Dass die Rathauschefin gerade dieses Beispiel bei der Abschlussveranstaltung zur vierten Auflage des Projekts „ Zeitung und Ausbildung in Hessen „ wählte, hatte seinen Grund. „Ich erzähle Ihnen davon“, wandte sie sich im Saal des „Kinopolis“ an die rund 100 Auszubildenden aus ganz Hessen, „weil in den angeblich so sozialen Onlinemedien aus Lügen schnell Realitäten werden.“

Zeitungslektüre verlangt Umstellung

Anstatt hier alles einfach zu glauben, empfahl Grabe-Bolz den Blick in „seriöse Tageszeitungen“, denn es sei die Pflicht eines Journalisten, jede Meldung auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. „Gut informiert zu sein, ist die Grundlage für jede Meinungsbildung“, legte die Politikerin ihren jungen Zuhörern ans Herz. Daher halte sie nicht nur Tageszeitungen, „egal ob in gedruckter oder digitaler Form“, sondern auch das Projekt selbst für sehr wichtig, so Grabe-Bolz.

Im Rahmen der wissenschaftlich begleiteten Initiative hessischer Zeitungsverlage zur Förderung der Lesekompetenz und des Allgemeinwissens von Azubis hatten die jungen Leute 
ein Jahr lang, finanziert vom 
Arbeitgeber, Tageszeitungen wie die Oberhessische Presse 
 erhalten. Was für so ziemlich 
alle Auszubildenden eine gewaltige Umstellung bedeutete.

Sind sie doch wie ihre Altersgenossen eher den Sozialen Medien und dem Internet zugetan. „Viele Dinge in dieser Welt sind aber einfach zu kompliziert, um sie in 40 Zeichen zu packen“, machte Hans Georg Schnücker deutlich. Wer jedoch die Gesellschaft mitgestalten wolle, der müsse sich mit Zeitungen auseinandersetzen, die „verschiedene Ansichten und konkurrierende Meinungen“ zu einem Thema präsentieren und die oftmals komplexen Inhalte für den Leser „einfach ausdrücken“ und „leicht zugänglich machen“.

Daschmann: Kritisch bleiben

Für den Vorsitzenden des Verbands hessischer Zeitungsverleger ist daher die Tageszeitung ein „wichtiges Instrument“, um zu verstehen, was in der Gesellschaft und überhaupt in der Welt vor sich geht. „Entscheidend ist, dass Sie sich nicht einseitig informieren“ und „blind“ allem in den sozialen Netzwerken oder im eigenen Umfeld Glauben schenken, sprach Schnücker die Auszubildenden direkt an. „Bleiben Sie stets kritisch und lesen Sie quer.“ Die Ergebnisse 
des Zeitungsprojekts würden auch in diesem Jahr wieder zeigen, wie wichtig es sei, sich „im Großen wie im Kleinen zu informieren“. Die Initiative der Verlage ist diesen September in ihre bereits fünfte Auflage gestartet.

Zu den Organisatoren gehört von Anfang an auch Professor Gregor Dasch­mann (Foto: Wißner), der für wissenschaftliche Konzeption und Auswertung verantwortlich zeichnet. In seiner Analyse berichtete er von einem „nachhaltigen Effekt“ der Projektteilnahme. So sei nicht nur das Allgemeinwissen eines jeden gewachsen, genauso gelte dies für das mit dem Informiertsein einhergehende gestiegene Selbstbewusstsein. „Das zeigt sich vor allem im Auftreten gegenüber anderen Menschen“, so etwa beim Kundenkontakt. „Daher ist das auch für die Unternehmen ein Gewinn.“

Ein Jahr lang, sechsmal die Woche regelmäßig die Tageszeitung lesen: Das Experiment, auf das sich anfangs 192 Auszubildende in ganz Hessen eingelassen hatten, erforderte Durchhaltevermögen. Dass letztlich 154 davon über die monatlichen Wissensfragen hinaus bis zum Abschlusstest dranblieben, und damit 84 Prozent, ist aus Sicht von Prof. Gregor Dasch­mann „ein weit überdurchschnittliches Teilnahmeverhalten“.

Vor allem aber freut den wissenschaftlichen Leiter des Projekts, dass durchschnittlich 18 Minuten pro Tag in der Zeitung geschmökert wurde. „In Ihrer Altersgruppe sind es bundesweit im Durchschnitt neun Minuten täglich. Bei Ihnen ist es also doppelt so viel“, sagte 
der Publizistik-Professor der Universität Mainz zu seinen jungen Zuhörern. Alle Redner wünschten sich, dass die Projektteilnehmer ihre in dem einen Jahr gewachsene kritische Haltung nicht verlieren.

„Hören Sie nicht auf, Zeitung zu lesen“, brachte es Daschmann auf den Punkt. „Denn was sie bereits aufgenommen haben, zum Beispiel zu politischen Debatten, wird zum Hintergrund für das, was Sie am nächsten Tag aufnehmen werden.“ Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung gab es am Buffet Zeit für Gespräche. Dann kamen die Gäste in den Genuss einer exklusiven Vorführung des neuen Kinofilms „Die Unfassbaren 2“.

von Frank Oliver Docter

Hintergrund
Die Qualifizierung des jungen Fachkräftenachwuchses in Marburg-Biedenkopf unterstützt die Oberhessische Presse mit dem wissenschaftlich begleiteten Zeitungsprojekt „Zeitung und Ausbildung in Hessen“. 12 Monate lang erhalten die Auszubildenden täglich die OP und nehmen regelmäßig an Wissenstests teil. An der 5. Auflage nehmen im Kreis folgende Arbeitgeber teil: elektroplan Schneider, Lagler Gruppe, Stadt Stadtallendorf, Stadt Amöneburg, Edeka Kempf, VR Bank Hessenland, Stadtwerke Marburg, mr//media und HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG.
Nähere Informationen zum Projekt bei Franziska Wagner, Leiterin Lesermarkt, Oberhessische Presse Telefon 06421/409104.
 
 

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