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Leerstände

„Wollen noch lange in der Oberstadt bleiben“

Zeitenwende im Einzelhandel: So lautet der Titel des nächsten Stadtforums, zu dem der Magistrat einlädt. Regionale Händler müssen sich auch mit den virtuellen Marktplätzen auseinandersetzen, empfehlen Experten.
Nicht immer herrscht während der Woche so viel Andrang wie auf diesem Archivbild vom „Marburger Frühling“. Foto: Thorsten Richter

Nicht immer herrscht während der Woche so viel Andrang wie auf diesem Archivbild vom „Marburger Frühling“.

© Thorsten Richter

Marburg. Der Februar ist nicht der Lieblingsmonat der heimischen Händler. Die Menschen haben ihr Weihnachtsgeld schon ausgegeben, alle warten auf den Frühling. Weil das aber jedes Jahr so ist, bleiben die Gewerbetreibenden gelassen. Sie schauen nach vorn, planen die bevorstehenden Aktionen. „Handel im Wandel: Das gab es schon immer in der Oberstadt“, sagt Wilma Koch, Inhaberin von „Kerzen & Mehr“, die seit 20 Jahren ein Geschäft führt.

Als sich vor Jahren die ersten Ketten in der Oberstadt ansiedelten, befürchteten einige, dass die Stadt ihr Gesicht verliere. Doch die inhabergeführten Läden sind geblieben. Dass jetzt exponierte Ladenflächen wie die der früheren Douglas-Filiale in der Wettergasse leer stehen, sei nicht erfreulich, aber auch kein Grund, um Trübsal zu blasen, sagt Koch.

Balzer: Haben keine Lobby

Im Gespräch mit der OP demonstrieren rund ein Dutzend Händler Zusammenhalt: „Wir sind schon lange in der Oberstadt und wollen auch noch lange hier bleiben. Wir setzen uns ein, damit es hier für die Besucher noch angenehmer wird“, sagt Susanne Drago, Inhaberin des Benetton-Ladens. Drago gibt ein Beispiel: Sie legt am Eingang ihres Ladens Stadtpläne aus und bietet somit „ehrenamtlich“ einen kleinen Service für Touristen an.

„Immer wieder fragten Touristen nach dem Weg. Ich gebe gern Auskunft, so kommt man ja auch ins Gespräch mit den Menschen. Aber es müsste nicht nur im Tourismusbüro, sondern auch in der Wettergasse Infomaterial ausliegen.“ Auch Andrea Balzer, Geschäftsführerin des Schmuck- und Modegeschäfts „Augenweide“, berichtet davon, dass die Händler weit mehr machen, als ihre Waren zu verkaufen.

Man beseitige Müll in der Passage neben dem Aufzug oder schaue nach der Beleuchtung und informiere die Stadt, wenn es irgendwo hapert. Nur wer durch eine saubere, helle Stadt flaniere, habe Lust zum Einkaufen, so die einhellige Meinung. „Mir machen nicht die Leerstände Sorgen, die haben wir seit 20 Jahren immer mal wieder. Ich habe das Gefühl, dass wir keine Lobby haben“, sagt Balzer.

Einladung an die Marburger

Was sei aus den großen Plänen des Magistrats für ein Parkhaus am Pilgrimstein oder eine Rolltreppe zur Oberstadt geworden?“, fragt sie. Gute Ideen für Verbesserungen habe es schon viele gegeben, aber bisher sei kaum etwas umgesetzt worden. „Wir sind schon froh, wenn die Aufzüge alle gehen“, sagt eine andere Händlerin.

Auch wenn die Gewerbetreibenden noch mehrere Vorschläge und Wünsche an die Stadt haben, wie etwa die Verschönerung des Platzes am „Christian“, möchten sie auch an die Marburger appellieren: „Die Oberstadt ist schön. Es lohnt sich, hier einkaufen zu gehen“, sagt Camelia Markeli von der Boutique „Avantgarde“. Nicht umsonst habe man Stammkunden über Marburgs Stadtgrenzen hinaus. Wilma Koch ergänzt: „Viele Marburger wissen gar nicht, was alles in der Oberstadt angeboten wird.“

Man lade die Marburger ein, nochmal neu auf Erkundungstour durch die Altstadt zu gehen. Die Schuhhändlerinnen Colette Lyon von „New Beat“ und Marlis Knaub von „Shuhaus“ sagen, dass zum Beispiel das neue Café „Con:Text“ – ein Projekt des Christus-Treffs zum schönen Flair in der Wettergasse noch mehr beigetragen habe. Die Händler wünschen sich noch weitere Geschäfte, die die Oberstadt insgesamt schöner machen. Aber auch Läden, die Dinge für den täglichen Bedarf bieten. „Eine Drogerie fehlt hier“, sagt Drago. Das käme auch den Anwohnern entgegen.

Stadtforum mit einem Expertem

Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) ist sich sicher: „Es gibt ganz existenzielle Veränderungen im Handel, auch wenn wir das nicht so wahrhaben wollen.“ Der Marburger Marktplatz sei weiterhin in der historischen Altstadt, aber der Handel werde nicht mehr dort betrieben, sondern habe sich ins Internet verlagert. „Die Frage ist, wie wir mit diesen Entwicklungen umgehen“, sagt Vaupel. Der regionale Handel sollte von diesem Wandel profitieren, so das Ziel.

Vaupel will das Thema im nächsten Marburger Stadtforum aufgreifen. Unter dem Titel „Die Zeitenwende im stationären Einzelhandel, Chancen für den regionalen Onlinemarkt“ findet am Mittwoch, 4. März, ab 19.30 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal in der Barfüßerstraße, eine öffentliche Veranstaltung statt.

Andreas Haderlein, Wirtschaftspublizist und Innovationsberater aus Frankfurt oder wie Vaupel sagt ein „Guru“ auf dem Gebiet, wird über Trends und neue Herausforderungen im Handel sprechen und diskutieren. Die Chancen für einen regionalen Online-Markt sollten erörtert werden.

von Anna Ntemiris


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