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Wirtschaft geht optimistisch in Zukunft

Die Wirtschaft in Marburg und Nordhessen hat im ersten Quartal 2014 zugelegt und ist größtenteils optimistisch für die Zukunft. Nur die Baubranche schwächelt.
Der IHK-Klimaindex zur aktuellen Frühsommer-Umfrage zeigt: In der heimischen Wirtschaft herrscht eine positive Grundstimmung.

Der IHK-Klimaindex zur aktuellen Frühsommer-Umfrage zeigt: In der heimischen Wirtschaft herrscht eine positive Grundstimmung.

© IHK

Marburg. In der aktuellen Frühsommer-Umfrage der IHK Kassel-Marburg stieg der IHK-Klimaindex auf 116,7 Punkte - im Vorjahr lag er noch bei 105,5 Punkten. Thomas Rudolff, Geschäftsführer Kommunikation bei der IHK, sagt dazu: „Das erste Quartal war richtig gut. Die weiteren Aussichten sind ebenfalls eher gut.“ Der milde Winter habe das erste Quartal positiv mitbestimmt - davon hätten große Teile des Baugewerbes profitieren können. „Darüber hinaus ist der Verbraucher inzwischen ein wichtiger Stabilisator. Man gönnt sich was. Das verdiente Geld wird auch ausgegeben“, so Rudolff.

Demnach gehen 31 Prozent aller Unternehmen von einer aktuell guten Geschäftslage aus, 61,3 Prozent schätzen ihre Lage als befriedigend ein, und lediglich 7,7 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als schlecht. Im Vergleich zum Vorjahr also deutlich positivere Signale: Damals sahen 25,5 Prozent die Lage positiv, 59,4 Prozent befriedigend und 15,1 Prozent schlecht.

Bei der Beurteilung über alle Branchen hinweg zeige sich eine sehr starke aktuelle Geschäftslage, die von einer guten zukünftigen Lageerwartung gestützt werde. Demnach blicken 24,1 Prozent aller Unternehmen im IHK-Bezirk positiv auf die zukünftige Geschäftslage, im Vorjahr taten dies noch 18,6 Prozent.

Heimische Industrie ist der große Gewinner

62,2 Prozent (Vorjahr 63,6 Prozent) gehen von einer gleichbleibenden zukünftigen Geschäftslage aus. Lediglich 13,7 Prozent gehen von einer eher ungünstigen zukünftigen Geschäftslage aus - im Gegensatz zu 17,8 Prozent im Vorjahr.

Besonders positiv geht laut Rudolff die Industrie in den Sommer. „Hier läuft alles rund und die industriellen Produkte aus Nordhessen und Marburg werden weltweit nachgefragt. Was der Industrie Bauchschmerzen verursacht, sind die hohen Energiepreise.“ Diese würden zunehmend zu einem echten Nachteil für den Standort Deutschland.

Rudolff weiter: „Gut geht es aber auch dem Einzelhandel und den unternehmensnahen Dienstleistern. Beim Einzelhandel muss man allerdings auch sagen, dass der Online-Handel rasant wächst.“

Sorgenkind ist hingegen die Baubranche. Das Ergebnis der Bauwirtschaft fällt schon wieder. Zum Jahresanfang habe sich eine erste Abkühlung im Bausektor angekündigt. Und dieser erste Trend scheine sich zu bestätigen.

Baubranche rechnet mit rückläufigem Geschäft

So beurteilen lediglich 15,4 Prozent der Bauunternehmer in Marburg und Nordhessen ihre Lage als gut, 61,5 Prozent sehen sie als befriedigend an. Dahingegen beurteilen 23,1 Prozent der Bauunternehmen ihre Lage als schlecht - im Vorjahr waren dies noch lediglich 8,3 Prozent.

Thomas Rudolff dazu: „Hier gibt es zwei Tendenzen. Der Hochbau floriert und das Gleiche gilt für den Ausbau. Kritisch wird der Tiefbau gesehen - verbunden mit einer schlechten Zahlungsmoral durch die öffentliche Hand.“ Dementsprechend fällt in der Branche auch der Blick in die Zukunft aus: Nur 7,7 Prozent rechnen mit einer positiven Entwicklung, 76,9 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Lage aus, und 15,4 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Daher sinkt der IHK-Klimaindex für die Baubranche drastisch: Von 125 Punkten im Vorjahr auf 92,3 Punkte aktuell.

Doch die Grundtendenz im IHK-Bezirk bleibt optimistisch - was auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. Rudolff erläutert: „Es besteht weiterhin ein hoher Fachkräftebedarf. Sollte der konjunkturelle Trend sich verstetigen und 2015 ebenfalls die gleiche Dynamik entfalten, dann wird es richtig eng am Arbeitsmarkt.“

Doch der Wirtschaft drohen laut Rudolff auch Gefahren. So bezeichnet er die Ukraine als ein Pulverfass, „und in China gehen die hohen Zuwachsraten etwas zurück. Gleichzeitig wird mit der Niedrigzinspolitik immer wieder die Gefahr von Blasen etwa im Immobiliensektor genannt.“ Letztlich sei es immer ein Mix von gleichzeitig auftretenden Ereignissen, die maßgeblich die Wirtschaft außer Tritt brächten - „das sehen wir in den nächsten Monaten nicht“, so Thomas Rudolff.

von Andreas Schmidt

[Astrid Schmidt ]

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