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Marburg

Vielfalt soll Innovationskraft freisetzen

Die Teilnehmer der Marburger Diversity-Konferenz appellierten am Donnerstag an gezieltes Vielfaltsmanagement in Marburg und der Region.

Während des „Marktes der Möglichkeiten“ informierten sich Migranten über Integrations- und Bildungsangebote in Marburg und Umgebung.

© Lisa Kroggel

Marburg. Die in den USA entwickelte Unternehmensstrategie „Diversity Management“ hat zum Ziel, die kulturelle und soziale Vielfalt in der Belegschaft eines Unternehmens zu fördern. Dabei sollen Arbeitnehmer verschiedener, häufig benachteiligter, Hintergründe in den Arbeitsmarkt integriert werden und zugleich zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens beitragen. Bei der Marburger Diversity-Konferenz im Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) lag der Fokus vergangene Woche speziell auf der kulturellen Vielfalt. Vertreter aus Politik, Wirtschaft, integrativen Einrichtungen und Arbeitnehmer tauschten sich über das in Deutschland noch stark unterschätzte Thema aus. „Jeder vierte in Hessen und zwei von drei Neugeborenen in Frankfurt haben einen Migrationshintergrund“, sagte Dr. Rudolf Kriszeleit, Staatssekretär für Justiz und Integration. Wer da noch meine, Integrationspolitik sei ein „Randgruppenthema“, verschließe sich der Realität, ergänzte er. Auch die Hauptreferentin des Tages, Dr. Petra Köppel, stellte das immense, noch ungenutzte Potenzial des Diversity Managements für Deutschland und die Region Mittelhessen heraus. Im Vergleich zu anderen Ländern, wie den USA oder Großbritannien, wo Diversity-Richtlinien sogar gesetzlich vorgeschrieben seien, hinke Deutschland extrem hinterher. „Dabei ist die Thematik gerade in Mittelhessen wichtig“, sagte Köppel. Denn mit 20 Prozent Migrationshintergrund in der Bevölkerung übersteige die Region den Bundesdurchschnitt von 18,4 Prozent. Zudem gebe es dort vor allem mittelständische Unternehmen, die neuerdings Diversity Management für sich trotz der Krise gewinnbringend umsetzen könnten, erläuterte die Expertin von Synergy Consult.

von Lisa Kroggel

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