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Adolf-Reichwein-Schule

Praxis bringt Jugendlichen Lust am Lernen zurück

Die Absolventen des 
Berufsvorbereitungsjahrs an der Adolf-Reichwein-Schule wurden nach 
ihrem Abschluss ins 
Berufsleben entlassen.
Die Absolventen des Berufsvorbereitungsjahrs mit ihren Lehrkräften. Privatfoto

Die Absolventen des Berufsvorbereitungsjahrs mit ihren Lehrkräften.

© privat

Marburg. Das Team der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung könne auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: 80 Prozent der Schüler hätten den Hauptschulabschluss oder den qualifizierten Hauptschulabschluss erreichen können, teilte die Schule mit. Mehr als 60 Prozent der Schüler seien Jugendliche aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten. Obwohl sie noch nicht lange in Deutschland leben, erreichten die meisten von ihnen gute bis sehr gute Abschlüsse.

In enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit, des Internationalen Bundes, der Praxis GmbH mit „Bleib in Hessen“ und dem Diakonischen Werk Oberhessen sowie anderer Jugendhilfe-Einrichtungen sehen es die Klassenlehrer Carsten Klein, Andreas Strauß, Rolf Daniel und Rainer Hoffarth sowie die Sozialpädagogin Gabriele Becker als eine der wichtigsten Aufgaben an, mit den Jugendlichen gemeinsam einen Weg in die Ausbildung zu finden und zu gestalten oder sie bei Aufnahme von Abschlussoptionen zu unterstützen.

Schulleiter Holger Leinweber bedankte sich bei den Lehrern für ihre engagierte Arbeit und lobte die Schüler für die motivierte Entwicklung ihrer Talente. „Es war gut, dass ich hier war“, sagte Schüler Abdoul Diallo, „jetzt habe ich eine gute Chance für eine Ausbildung.“

Kein „normaler“ Stundenplan

Während des Schuljahres werden zwei Betriebspraktika absolviert, bei einer realen Chance auf einen Ausbildungsplatz bestehen weitere Möglichkeiten für Praktika in den entsprechenden Unternehmen. Im Programm „Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt“ (Eibe) besteht eine Kooperationsvereinbarung mit dem Verein Arbeit und Bildung, eine Lerngruppe war zudem am außerschulischen Lernort „Marburger Produktionsschule“ aktiv.

Der Stundenplan der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung unterscheidet sich wesentlich von dem der allgemeinbildenden Schulen. Der Schwerpunkt liegt im projektbezogenen Bereich, die Jugendlichen können ihre Fähigkeiten in der Praxis der Werkstätten unter Beweis stellen und bekommen so wieder Lust am Lernen.

„Es kommen Schüler zu uns, die in ihrer bisherigen Schullaufbahn Schwierigkeiten hatten, einen Schulabschluss zu machen. Durch die enge Zusammenarbeit in den einzelnen Projekten können wir die Einstellung und Bereitschaft der Jugendlichen positiv unterstützen und sie individuell fördern“, so Klassenlehrer Rainer Hoffarth.

„Praktika sind unerlässlich“

Zu dem Konzept gehört die Entwicklung individueller Förderpläne. „Diesem Bereich wird viel Zeit und Raum gegeben, denn nur durch ein genaues Hinschauen können wir die Fähigkeiten der Jugendlichen erkennen und fördern“, berichtet Carsten Klein, der die Klasse an der Marburger Produktionsschule leitet.

In diesem Zusammenhang lobt er die Bereitschaft der regionalen Betriebe für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen. „Es ist uns bewusst, dass ein Praktikum immer eine zusätzliche Mehrarbeit für einen Betrieb bedeutet. Dennoch sind Praktika für unsere Jugendlichen unerlässlich, denn so lernen die Jugendlichen Berufe näher kennen und können ihre Fähigkeiten und Kompetenzen unter Beweis stellen.“

Durch die sozialpädagogische Stützstruktur an der Adolf-Reichwein-Schule besteht auch während der Ausbildung eine weitere Begleitung und Betreuung durch Gabriele Becker, die auch sehr engagiert an der Entwicklung von neuen Ausbildungsstrukturen für Flüchtlinge arbeitet.

von unseren Redakteuren

 
Absolventen
- Den Abschluss erreichten in der Klasse von Rainer Hoffarth: Marius Bender, Lukas Briegel, Luca Marten Brusius, Aylin Cosar, Tim Diels, Mirco Häuser, André Irschfeld, Kristian Manochin, Jens Radtke, Timo Schmidt und Denis Usinger.
- In der Klasse von Andreas Strauß erreichten den Abschluss: Ayse Abdulaliyeva, Biniam Eyob Negusse, Zekaryas Fekadu Teweldemedhin, Ali Yusuf Hassan, Ibrahim Ibrahimi, Ismail Mohamed Jimale, Grace Nyakeru Ndungu, Abdullahi Ali Shidane, Iljaz Tairi und Mirak Tawakal Samizay.
- In der Eibe-Klasse von Carsten Klein: Lucas Berben, Francesco Conte, Leon Dydecki, Dominik Greif, Leon Hühn, Marcel Krafzig, Robin Lindner, Enrico Michel, Sören Mulack, Bryan Rumbler, Niklas Schneider und Joel Schnitzer.
- In der Klasse von Rolf Daniel: Shire Aden, Shahryar Afzal, Saaid Abukar Ali, Mahamed Cabdirahman Arte, Abdoul Gadirou Diallo, Gabriel-Sebastian Ion, Mazhar Iqbal, Nasrin Jafari, Boubakari Keita, Sarbakhod Khan, Mohammed Kutubbudin, Farhad Mohammadi und Mehari Tesfahannes Girmay.
 

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