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Nullzinspolitik bleibt die größte Herausforderung

Vertreterversammlung der VR Bank Hessenland Nullzinspolitik bleibt die größte Herausforderung

Gut 500 Besucher kamen zur Vertreterversammlung der VR Bank Hessenland. Trotz überdurchschnittlich guten wirtschaftlichen Verhältnissen stimmten sie einer Reduzierung 
der Dividende auf vier 
Prozent einstimmig zu.

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Helmut Klaner (von links), Vorstand Werner Braun, Dr. Helmut Otto, Vorstand Ralph Kehl, Stefanie Kathrin Vincon, Vorstandsvorsitzender Helmut Euler, Helmut Preis und Dr. Hans Wilhelm Ide 
bei der Ehrung.

Quelle: privat

Alsfeld. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Helmut Klaner, der zum letzten Mal die Versammlung leitete, wies darauf hin, dass sich die Zusammensetzung der in diesem Jahr gewählten Vertreter stark verjüngt habe. Zudem sei die Quote der Frauen und der Unternehmer deutlich angestiegen.

„Wir blicken wieder auf ein gutes Geschäftsjahr zurück“, so beschrieb der Vorstandsvorsitzende Helmut Euler die Entwicklung der Bank. Dies sei in erster Linie einem guten Kreditgeschäft und dem lebhaften Wertpapierdienstleistungsgeschäft mit den Kunden zu verdanken (die OP berichtete).

Eine „historische Ausnahmesituation“

Infolge der Nullzins- bzw. Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank habe sich die Ertragslage rückläufig entwickelt. Die Aufwands-Ertragsrelation bescheinigt der Bank mit einer Quote von 63,5 Prozent dennoch gegenüber dem bundesdeutschen Durchschnitt eine bessere Wirtschaftlichkeit. Die Vertreter stimmten der reduzierten Dividende von vier Prozent für die 40 867 Mitglieder einstimmig zu.

Aus Sicht des Vorstandes „bleibt uns die historische Ausnahmesituation des Zinsniveaus mindestens in den nächsten vier Jahren erhalten“. Es gäbe bereits europäische Länder, in denen Kreditnehmer für Darlehen einen Zins erhalten. In den Folgejahren müsse die gesamte Branche mit weiter rückläufigen Zinsergebnissen rechnen.

Durch die intensivere Marktbearbeitung sowie bereits realisierter Einsparungen bei den Personal- und Sachaufwendungen sei dennoch ein stabiles Betriebsergebnis vor Bewertung auf Vorjahreshöhe zu erwarten.
Landwirtschaft leidet unter niedrigen Agrarpreisen

Sorgen bereiten dem Vorstand die nicht kostendeckenden Agrarpreise, unter denen die Landwirtschaft derzeit zu leiden hat. Ähnlich wie in der letzten Krise, „müssen wir Seite an Seite mit unseren Betrieben diese Phase meistern“, bekräftigte Euler.

Fünf Aufsichtsräte scheiden aus

Die Innovations- und Anpassungsfähigkeit der Bank will der Vorstand weiter vorantreiben. Die Digitalisierung biete nach Ansicht von Euler mehr Chancen als Risiken. „Wir tun alles, um unsere internen Strukturen zukunftsgerecht nach der im Vorjahr verabschiedeten Internetstrategie weiter zu entwickeln“.

Auf dem Programm standen auch Aufsichtsratswahlen. Das Besondere: Fünf Aufsichtsräte schieden aus. Stefanie Kathrin Vincon (Cölbe) stand für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung. Helmut Klaner, Aufsichtsratsvorsitzender (Kirchhain) schied nach 36 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit altersbedingt aus. Ebenso sein Stellvertreter Dr. Helmut Otto (Schwalmstadt) nach 30 Jahren, wie auch Dr. Hans Wilhelm Ide (Schwarzenborn) nach 32-jähriger Tätigkeit und Helmut Preis (Stadtallendorf) nach 25 Jahren.

Für die langjährigen Verdienste erhielten sie als besondere Auszeichnung die silberne Ehrenmedaille des Genossenschaftsverbandes. Das Gremium besteht jetzt aus 13 Mitgliedern und soll in den nächsten Jahren möglichst um weibliche Unternehmerpersönlichkeiten ergänzt werden.

Vorgestellt wurden auch drei Stipendiaten des VR Bank Hessenland-Stipendiums: Rebekka­ Körber (Dittershausen), Hanna-Elisabeth Pulm (Gilserberg) und Jan Ringsdorf (Homberg/Ohm). Gefördert werden begabte und talentierte Kunden, die ein Studium, die Meister- oder Technikerschule oder einen vergleichbaren Bildungsweg anstreben. „Wir wollen junge, talentierten Menschen fördern und davon überzeugen, dass es sich lohnt, die Zukunft mit Betrieben in unserer Region zu planen“, so der Vorstand.

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