Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Eigenwerbung in Brief zu Netzbetreiberwechsel

Kundin fühlt sich überrumpelt

Jüngst haben die Stadtwerke das Marburger Stromnetz zurückgekauft – und darüber die betroffenen Haushalte per Brief informiert. Durch dieses Schreiben fühlt sich eine OP-Leserin jedoch in die Irre geführt.
Die Marburger Stadtwerke haben das gesamte Stromnetz der Universitätsstadt zurückgekauft und die angeschlossenen Haushalte per Brief darüber informiert. Eine OP-Leserin fühlt sich von dem Schreiben überrumpelt – es erwecke den Anschein, sie sei nun auch Stromkundin. Foto: Thorsten Richter

Die Marburger Stadtwerke haben das gesamte Stromnetz der Universitätsstadt zurückgekauft und die angeschlossenen Haushalte per Brief darüber informiert. Eine OP-Leserin fühlt sich von dem Schreiben überrumpelt – es erwecke den Anschein, sie sei nun auch Stromkundin.

© Thorsten Richter

Schröck. Eve Grothe-Schneider aus Schröck fühlt sich von dem Schreiben der Stadtwerke Marburg, das sie vor knapp zwei Wochen erhielt, „überrumpelt“: Ihrer Meinung nach sei der Brief „so forsch formuliert und am Rande des Zulässigen, ist der Inhalt des Schreibens so aufgebaut, dass man wirklich ins Fragen kommt, ob die Stadtwerke tatsächlich der neue Stromlieferant sind“, sagt sie.

Lediglich durch zwei Sätze, die laut Grothe-Schneider „versteckt in den ganzen anderen forschen Formulierungen“ seien, werde man darüber informiert, dass man noch selbst entscheiden dürfe, von wem man letztendlich den Strom beziehe. „Um dann gleich im forschen Jargon weiterzumachen und die nunmehr neue Telefonnummer der Stadtwerke mitzuteilen“, so Grothe-Schneider.

Ihrer Meinung nach würden die Stadtwerke nicht nur über den Wechsel des Stromnetzbetreibers informieren, sondern gleichzeitig dafür werben, nun auch bei den Stadtwerken einen Belieferungsvertrag für Strom abzuschließen. „Das gehört sich für ein kommunales Unternehmen nicht“, sagt die Schröckerin, „als öffentliches Unternehmen haben gerade sie seriös aufzutreten. Und das ist in meinen Augen keinesfalls erfüllt.“

Ein automatischer 
Wechsel ist nicht erfolgt

In dem Schreiben, das der OP vorliegt, informieren die Stadtwerke zwar über den Wechsel des Stromnetzbetreibers, schreiben die Empfänger allerdings mit der Formulierung „Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde“ an. De facto ist dies natürlich richtig, denn durch den Netzkauf – der allerdings nicht erwähnt wird – sind die angeschlossenen Haushalte auch Kunden geworden.

Auch die Formulierung „herzlich willkommen bei den Stadtwerken Marburg“, stößt bei Gro
the-Schneider auf Kritik. Ebenso wie das Herausstellen von vermeintlichen Vorteilen für die Kunden. Allerdings weist das Unternehmen auch darauf hin, dass „mit der Netzübernahme nicht automatisch ein Wechsel des Stromlieferanten verbunden ist.

Sie können selbst entscheiden, von wem Sie Ihren Strom bekommen.“ Doch im nächsten Satz werben die Stadtwerke dann für sich: „Nutzen Sie die Vorteile und beziehen Sie alles aus einer Hand“ – diese Werbung geht Eve Gro
the-Schneider eindeutig zu weit. Das Schreiben erwecke den Eindruck, man bekäme nun auch Strom von den Stadtwerken – und das sei unlauter, findet sie.

Anschreiben werden nach „klaren Richtlinien“ erstellt

Die Stadtwerke können die Aufregung indes nicht nachvollziehen, wie Pressesprecher Pascal Barthel mitteilt. Ganz konkret gehe es „um neue Kunden, die wir bei den Stadtwerken begrüßen. Sind doch die Adressaten ab dem 1. Januar 2016 automatisch alle Kunden des Stromnetzbetreibers Stadtwerke Marburg GmbH.“

Man sei als neuer Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet, über den Betreiberwechsel zu informieren. „Dieser Pflicht sind wir mit dem Schreiben nachgekommen“, so Barthel, der versichert, „dass unsere Juristen dieses Schreiben auf Richtigkeit geprüft haben. Wir haben eindeutig geschrieben, dass die betroffenen Menschen nach dem Netzbetreiberwechsel nicht automatisch ihren Stromanbieter wechseln“, so Barthel.

Genauso, wie man darüber aufkläre, „gehört es auch zur umfassenden Transparenz, darauf hinzuweisen, dass man jetzt auch bei den Stadtwerken Stromkunde werden kann. Als kommunales Unternehmen haben wir von jeher eine enge und persönliche Beziehung zu unseren Kunden. Da ist es nur richtig, dass wir alle Aspekte betrachten und Aufklärung in alle Richtungen leisten“, erläutert der Pressesprecher. Solche Anschreiben würden nach klaren Richtlinien und auch nach gesetzlichen Vorgaben erstellt, „das werden wir auch in Zukunft so handhaben“.

von Andreas Schmidt


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Leseraktion




Gute Vorsätze


Abo zum Jahresanfang

Jubiläum




Die Transfers im Landkreis




Sport-Tabellen


Sporttabellen

Spielerkader


Vereinssteckbriefe

zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen


Sonderveröffentlichungen

Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr


Saisongarten

Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP


Schüler lesen die OP

Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP


OP-Shop

Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die OP-Serien

Besser-Esser

Sushi: Eine Rolle kommt selten allein

Sushi gehört inzwischen zu den bekanntesten japanischen Gerichten. Aber wie wird es eigentlich gemacht? Wir haben einen Sushi-Meister bei der Arbeit besucht. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik

Terra-Tech





Inhaltsverzeichnis

Volltextsuch über das Angebot:

Startseite

Video / Foto



  • Sie befinden sich hier: Eigenwerbung in Brief zu Netzbetreiberwechsel – Kundin fühlt sich überrumpelt – op-marburg.de