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Kfz-Innung

Krise verschont heimische Unternehmen

Bei der Herbstversammlung der Marburger 
Kfz-Innung mit traditionellem Schlachteessen 
betonte Obermeister Ralf Funke, dass die Innung trotz VW-Krise auf ein 
positives Jahr blicke.
Der Obermeister der Marburger Kfz-Innung, rechnet mit einem guten Autojahr. Foto: Ingo Wagner

Der Obermeister der Marburger Kfz-Innung, rechnet mit einem guten Autojahr.

© Ingo Wagner

Beltershausen. Rund 90 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und hörten die Ausführungen von Funke, der zumeist brennende Probleme der Kfz-Betriebe beleuchtete.

Ausgehend vom VW-Abgasskandal berichtete er von einer Durchfallquote von sechs Prozent aller Autos bei der Abgasuntersuchung. Beim Thema Elektromobilität berichtete Funke (Foto: Henkel), dass die Werkstätten mit großem finanziellen Aufwand in Vorleistung getreten seien, jedoch nur 9000 reine Elektrofahrzeuge in diesem Jahr zugelassen worden seien.

Das Thema „rote Kennzeichen“ sei für viele Betriebe aufgrund der gesetzlichen Regelungen, die es zu vereinfachen gelte, ein großes Ärgernis. Die Digitalisierung schreite in allen Bereichen weiter voran, und in der „Werkstatt 4.0“ könne das Teilelager durch neue 3-D-Drucker weiter schrumpfen.

Insgesamt, so der Kirchhainer Obermeister, entwickele sich der Automobilmarkt im kommenden Jahr laut Gutachten der führenden Wirtschaftsinstitute weiter positiv. Mehr als sieben Millionen erwartete Pkw-Besitzumschreibungen deuteten auf ein stabiles Werkstattgeschäft hin, auch wenn mit einem Anstieg von Investitionskosten in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge zu rechnen sei.

Über „Schadensteuerung im Betrieb der Kfz-Versicherung“ referierte Direktionsbevollmächtigter Robert Balzer von der Nürnberger Versicherungsgruppe. Er erläuterte, dass Versicherungen durch Verträge mit Werkstattbindung, bei der Geschädigte ihr Auto nur in einer Vertragswerkstatt reparieren lassen dürfen, von Nachteil für die Betriebe seien. Denn einige Versicherungen würden so die Reparaturpreise stark drücken wollen. Kuhn empfahl den Innungsmitgliedern, Versicherungen abzuschließen, deren reguläre Reparaturwerkstatt man selbst sein könne.

Abschließend referierte Joachim Kuhn, Geschäftsführer der Kfz-Landesinnung, zu aktuellen Themen. So sei etwa die Hauptuntersuchungs-Scheinwerferrichtlinie überarbeitet worden und werde am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Auch die europaweite Bremsenprüfstandsrichtlinie komme mit einer Übergangszeit endgültig am 1. Januar 2020 auf die Betriebe zu. Für die Erfüllung beider Gesetze müsste investiert werden.

Kuhn kritisiert „Akademisierungswahn in Deutschland“

Die Digitalisierung schreite weiter schnell voran und sorge für Veränderungen im Kfz-Gewerbe – und biete auch Chancen. So könnten sich die Werkstätten bei der Telematik und dem damit verbundenen automatischen Unfallnotrufsystem neue Dienstleistungen erschließen.

Das Thema Fachkräftemangel werde der Branche noch Kopfzerbrechen bereiten. Der demografische Wandel und der „Akademisierungswahn in Deutschland“, wie Kuhn es nannte, sorge für immer weniger gut ausgebildete Mechatroniker. Es gelte, für die duale Berufsausbildung in der Kfz-Branche zu werben.

In Baden-Württemberg laufe bereits ein Projekt „Assistierte Ausbildung“ für leistungsschwächere Schüler. Außerdem seien Hochschulabbrecher eine gute Zielgruppe für eine Ausbildung im Kfz-Bereich. Inwieweit Flüchtlinge einmal als Mitarbeiter infrage kämen, ließ der Geschäftsführer offen.

von Heinz-Dieter Henkel


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